Berlin-Mitte. Der Deutsche Wetterdienst warnte am Freitag und Samstag vor extremer Hitze in der Hauptstadt. Laut dem Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe sind Friedrichshain-Kreuzberg und Berlin-Mitte die heißesten Bezirke. Hinzu kommen Zerkarien-Saugwürmer in fast allen Berliner Seen, und Hautärzte raten von zu langer Sonnenexposition ab. Die Feuerwehr musste am Freitag deutlich mehr Einsätze fahren. Doch wie kommen die Berliner mit der Hitze zurecht? Die Morgenpost war an drei besonders heißen Orten unterwegs und hat nachgefragt.
Kottbusser Tor: Heißestes Pflaster Berlins
Das Kottbusser Tor ist offiziell als städtischer Hitze-Hotspot ausgewiesen. Die Berliner Klimarisikoanalyse zeigt, dass sich besonders die nordöstliche Seite des Platzes extrem aufheizt, da die dichte Bebauung der Wohnhochhäuser aus den 1960er- und 1970er-Jahren stark versiegelt ist und nachts kaum abkühlt. Trotz Hitzewarnung wimmelt es auf dem großen Platz, auch „Kotti“ genannt, von Menschen aller Nationalitäten. Die Lufttemperatur liegt bei 34 Grad, fühlt sich aber viel heißer an. Paolo, ursprünglich aus Mailand, sagt: „Als Italiener bin ich Hitze gewohnt, aber heute ist es schon ziemlich heiß. Gott sei Dank wohne ich im Hinterhaus, da ist es recht kühl.“ Seine Abkühlungstipps: „Ich habe vorhin kalt geduscht. Außerdem trinke ich viel Wasser.“ Dana El Tamimi aus Dubai trägt trotz Hitze einen Blazer und meint: „In Dubai haben wir überall Klimaanlage. Hier in Berlin ist es leider wirklich heiß und stickig.“
Alexanderplatz: Einer der heißesten Orte in Mitte
Der südliche Teil der Prachtstraße Unter den Linden, die Friedrichstraße, die Europa-City und der Gendarmenmarkt werden im Sommer besonders heiß. Auch der Kiez um den Alexanderplatz zählt zu den Hotspots. Am Freitag zeigt das Thermometer 32 Grad, gefühlt ist es heißer. Francis Opiyo aus Kenia freut sich riesig über die Hitze. Er nimmt seine Baseball-Cap ab und lässt sich messen: 36 Grad Körpertemperatur. Sein Geheimrezept: „Ich trinke mindestens 1,5 Liter Wasser am Tag, immer einen halben Liter auf einmal.“ Mia und Leonie aus Hull, Großbritannien, suchen Abkühlung am Brunnen der Völkerfreundschaft. „Of course!“ freuen sie sich über die Hitze, machen sich aber auch Sorgen wegen des Klimawandels. Auf die Frage, ob sie trotz der Saugwürmer in den Seen baden würden, antworten sie: „Nein, vielleicht nicht. Wir hängen nicht einmal unsere Füße in diesen Brunnen. Man kann nie sicher sein, was im Wasser herumschwimmt.“
Lustgarten: Eiscreme und Fontänenbrunnen zum Kühlen
Auf der Museumsinsel zieht es viele Touristen zum Fontänenbrunnen. Das Thermometer zeigt 33 Grad. Eltern müssen ihre Kinder zurückhalten, die am liebsten in den Brunnen springen würden – Planschen ist nicht erlaubt. David und June aus Schottland genießen die Hitze: „Auf jeden Fall!“ Sorgen wegen der Hitzewarnung haben sie nicht. „In Schottland ist es gerade viel heißer“, sagt David. „Außerdem haben wir einen Sonnenhut mitgenommen und uns eingecremt“, ergänzt June. Sie wollen ein Eis essen gehen und schlendern zur „Kerb Food Hall“ am Humboldt Forum. Ältere Menschen ab 65 sind bei Hitze besonders gefährdet, doch die beiden scheinen unbeeindruckt. Valentina, Ioana und Larisa aus Rumänien machen einen Familienausflug und genießen den Sommertag. „Wir lieben es! In Rumänien ist es auch heiß, oder noch heißer.“ Ihre Tipps gegen Hitze: „Kein Alkohol, sondern nur Wasser trinken – ganz, ganz viel!“



