Thüringen: Nur wenige Cannabis-Anbauvereine aktiv
Thüringen: Nur wenige Cannabis-Anbauvereine aktiv

Rund zwei Jahre nach der Teillegalisierung von Cannabis gehört Thüringen zu den Bundesländern mit den wenigsten Anbauvereinen. Laut einer Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) gibt es bundesweit 413 Anbauvereine, davon nur sechs in Thüringen. Mit 0,29 genehmigten Anbauvereinigungen pro 100.000 Einwohner liegt der Freistaat im hinteren Drittel der Bundesländer.

Zum Vergleich: Die Nachbarländer Sachsen-Anhalt und Sachsen kommen auf Werte von 0,75 bzw. 0,62 Anbauvereinigungen pro 100.000 Einwohner. Spitzenreiter ist Niedersachsen mit 1,06, gefolgt von Hamburg (0,91) und Brandenburg (0,82). Bayern hat mit 0,07 die wenigsten Cannabis Social Clubs.

Die Teillegalisierung gilt seit dem 1. April 2024. Volljährige dürfen seither Cannabis konsumieren und in begrenzter Menge zu Hause anbauen. Vereine können seit dem 1. Juli 2024 Anträge für Anbauvereinigungen stellen. In Thüringen wurden bisher 19 Anträge gestellt, sechs genehmigt. Nicht alle Anträge seien bereits bearbeitet, einige wurden zurückgezogen.

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Anbauvereinigungen gibt es unter anderem in Erfurt, Weimar, Jena und Hildburghausen. Dort wird gemeinschaftlich Cannabis angebaut und unter strengen Vorgaben an Mitglieder ausgegeben. Die Vorgaben umfassen unter anderem einen begrenzten THC-Gehalt und die Abgabe nur an Volljährige.

Laut Sarah Kornmann, Koordinatorin der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen, hat die Teillegalisierung bisher nicht zu einem höheren Bedarf an Unterstützung geführt. Es gebe keinen sprunghaften Anstieg des Konsums oder mehr problematischen Konsum bei Jugendlichen. Belastbare Aussagen seien aber erst mittel- bis langfristig möglich, da sich Suchterkrankungen oft über Jahre entwickelten.

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