Ein Tag im offenen Vollzug: Acht-Finger-Bernd und die Anstalt Düppel
Der dreistöckige Bau ist modern, die Fenster sind schmal und mit Metalllamellen gesichert: Die Justizvollzugsanstalt in Düppel ist eine eigene Welt. Ein Blick ins Innere zeigt, wie der offene Vollzug funktioniert.
An Acht-Finger-Bernd erinnert sich Andreas Schulze sehr gut. Er hat ihn schon bei seiner Ausbildung zum Justizvollzugsbeamten in der Haftanstalt Tegel kennengelernt. Acht-Finger-Bernd war zu lebenslänglicher Haft – also 15 Jahren – verurteilt worden. „Doch er hat unter Beweis gestellt, dass er immer noch ein gewisses Aggressionspotenzial hat“, so der Beamte. Aus 15 Jahren wurden 28 Jahre im Knast, alle im geschlossenen Vollzug.
Die JVA Düppel ist eine der bekanntesten Einrichtungen im offenen Vollzug Berlins. Hier verbüßen Häftlinge ihre Strafe unter lockereren Bedingungen, doch die Sicherheitsvorkehrungen sind dennoch streng. Die Insassen arbeiten tagsüber außerhalb der Anstalt und kehren abends zurück. Acht-Finger-Bernd war einer der prominentesten Fälle, der trotz seiner langen Haftzeit im offenen Vollzug untergebracht war.
Der Alltag in Düppel
Der Tagesablauf ist streng reglementiert. Um 6 Uhr werden die Häftlinge geweckt, gefolgt von Frühstück und Arbeitseinsatz. Die Arbeit reicht von handwerklichen Tätigkeiten bis zu Bürojobs. Abends haben die Insassen Freizeit, müssen aber bestimmte Regeln einhalten. Verstöße können zur Rückverlegung in den geschlossenen Vollzug führen.
Andreas Schulze betont, dass der offene Vollzug eine Chance zur Resozialisierung bietet. Doch nicht jeder Häftling ist dafür geeignet. Acht-Finger-Bernd habe gezeigt, dass selbst nach Jahren im offenen Vollzug das Aggressionspotenzial nicht verschwindet. Seine Geschichte ist ein Beispiel für die Herausforderungen des Strafvollzugs.



