DGB fordert höhere Steuern für Superreiche in Deutschland
DGB: Staat muss Superreiche stärker besteuern

DGB fordert stärkere Besteuerung von Superreichen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat angesichts klammen Staatskassen eine stärkere Besteuerung von Superreichen gefordert. Konkret schlägt der DGB vor, die nach knapp 30 Jahren ruhende Vermögensteuer wiederzubeleben und zusätzlich eine Vermögensabgabe für die Allerreichsten einzuführen. „Statt für die Breite der arbeitenden Menschen den Rotstift anzusetzen und sozialstaatliche Errungenschaften in Frage zu stellen, muss die Bundesregierung endlich die Nutznießer der ungleichen Verteilung in die Pflicht nehmen“, sagte der stellvertretende DGB-Vorsitzende Stefan Körzell dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Vermögensteuer ab einer Million Euro

Nach dem neuen DGB-Konzept soll jeder Euro besteuert werden, der über ein Nettovermögen von einer Million Euro hinausgeht. Bei Verheirateten läge die Freigrenze bei zwei Millionen Euro. Die Vermögensteuer wird seit 1997 nicht mehr erhoben, nachdem das Bundesverfassungsgericht den Gleichheitsgrundsatz verletzt sah: Immobilien wurden im Vergleich zu Geldvermögen oder Wertpapieren ungleich bewertet. Die Steuer an sich wurde nicht gekippt, eine Reform wäre jedoch nötig gewesen. Ihre Wiedereinführung ist auch eine Forderung der SPD, die jedoch aufgrund des Widerstands der Union nicht in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurde.

Zusätzliche Abgabe für das „oberste Promille“

Darüber hinaus schlägt der DGB eine extra Vermögensabgabe für die Allerreichsten vor. Körzell spricht dabei vom „obersten Promille“ der Bevölkerung. „Diese Abgabe sollte zehn Prozent auf alle privaten Nettovermögen ab zehn Millionen Euro betragen und über zwanzig Jahre abgetragen werden können“, so Körzell. Er betonte, dass die wachsenden Finanzlücken in Bund, Ländern und Kommunen zentrale sozialpolitische Eckpfeiler gefährdeten. Gleichzeitig wachse die Zahl der Superreichen und deren Vermögen immer schneller und auf ein historisches Ausmaß an.

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Immer mehr Superreiche in Deutschland

Hintergrund der Forderungen ist die steigende Zahl sogenannter Superreicher in Deutschland, also Menschen mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar (rund 86 Millionen Euro). Laut einem Report der Unternehmensberatung Boston Consulting Group aus der vergangenen Woche wuchs ihre Zahl im Jahr 2025 um rund 1.100 auf etwa 5.000. Zusammen besitzen sie mehr als ein Viertel des gesamten Finanzvermögens im Land. Zuletzt hatte sich auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) für eine Vermögensteuer ausgesprochen. Menschen, die deutlich mehr Geld hätten, müssten im Rahmen des Solidarprinzips einen Beitrag leisten, wenn es um eine Steuerreform gehe.

Der DGB fordert die Bundesregierung auf, endlich zu handeln. Statt die breite Bevölkerung zu belasten, müssten diejenigen zur Kasse gebeten werden, die von der ungleichen Vermögensverteilung profitieren. Die Vorschläge des DGB zielen darauf ab, die Staatsfinanzen zu stabilisieren und soziale Leistungen zu sichern, ohne die Mehrheit der Bürger zu belasten.

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