Marode Brunnen am Wittenbergplatz: Schäden und Gefahren für Vögel
Brunnen am Wittenbergplatz: Verfall und Vogelgefahr

Dunkle Furchen ziehen sich durch das Bronzegesicht der Figur, die mit verschränkten Armen auf einem Vorsprung lehnt und eine abwartende Haltung einnimmt. Bildhauer Waldemar Grzimek, Schöpfer der Brunnen am Berliner Wittenbergplatz, nannte diese Figur einst den „Fenstergucker“. Doch heute sind die Kunstwerke in Sichtweite des KaDeWe durch Verfall entstellt und stellen eine Gefahr für Mensch und Tier dar.

Millionenschwere Schäden und keine schnelle Lösung

Die Brunnenanlage, einst ein Schmuckstück des Platzes, weist erhebliche Schäden auf. Risse im Material, abgebrochene Teile und undichte Stellen prägen das Bild. Die Kosten für eine Sanierung werden auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht, da die Denkmalpflege besondere Anforderungen stellt und die Finanzierung ungeklärt ist.

Ein Anwohner äußert sich frustriert: „Ich schäme mich als Berliner dafür, dass so ein Meisterwerk verfällt. Es ist eine Schande für die Stadt.“ Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist für die Instandhaltung zuständig, doch die Mittel sind begrenzt.

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Todesfalle für Vögel entschärft

Besonders prekär war die Situation für Vögel: In den offenen Wasserbecken und Ritzen der Brunnen verfingen sich immer wieder Tiere und verendeten qualvoll. Der Bezirk hat nun reagiert und die gefährlichsten Stellen abgedeckt oder mit Netzen gesichert. „Wir haben zumindest die akute Todesfalle für Vögel beseitigt“, so ein Sprecher des Bezirksamts. Dennoch bleibt die Gesamtsituation unbefriedigend.

Kunst und Denkmalschutz im Konflikt

Die Brunnen sind als Teil des Berliner Kulturerbes geschützt. Jede Sanierung muss mit den Denkmalbehörden abgestimmt werden, was die Arbeiten verzögert und verteuert. Experten fordern ein Gesamtkonzept für die Erhaltung der Anlage. „Es reicht nicht, nur die akuten Gefahren zu beseitigen. Wir brauchen eine nachhaltige Lösung, die das Kunstwerk für die Zukunft bewahrt“, sagt eine Kunsthistorikerin der Universität der Künste Berlin.

Der Fall zeigt exemplarisch die Schwierigkeiten bei der Pflege öffentlicher Kunst im städtischen Raum. Viele Brunnen und Skulpturen in Berlin leiden unter Vandalismus, Umwelteinflüssen und mangelnder Pflege. Die Politik steht in der Verantwortung, ausreichend Mittel bereitzustellen.

Ausblick: Hoffnung auf Sanierung

Der Bezirk plant, in den kommenden Jahren eine umfassende Sanierung der Brunnen anzugehen. Dafür müssen jedoch Haushaltsmittel freigegeben werden. Ob und wann die Arbeiten beginnen, ist ungewiss. Bis dahin bleiben die Brunnen am Wittenbergplatz ein trauriges Beispiel für den Verfall von Kulturgut.

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