Brandenburg will die tatsächliche Kriminalitätslage im Land besser ausleuchten und so Opfer unter anderem von häuslicher Gewalt besser schützen. Der Landtag stimmte am Mittwoch mehrheitlich einem Antrag der Regierungsfraktionen von SPD und CDU zu, die polizeiliche Kriminalitätsstatistik mit einer Dunkelfeldstudie zu ergänzen. „Wir brauchen das ganze Bild, um Brandenburg sicherer zu machen“, sagte Innenminister Jan Redmann (CDU).
Hintergrund der Dunkelfeldstudie
Viele Straftaten, insbesondere Gewalt gegen Frauen, tauchen nie in der offiziellen Statistik auf, weil die Opfer keine Anzeige bei der Polizei erstatten. Diese Dunkelziffer soll durch die geplante Studie sichtbar gemacht werden. „Wir wissen, dass viele, viele Frauen keine Anzeige erstatten“, betonte Redmann. Die Studie soll Erkenntnisse über das tatsächliche Ausmaß von häuslicher Gewalt und anderen Straftaten liefern, um Präventions- und Schutzmaßnahmen gezielter zu gestalten.
Ziele der rot-schwarzen Koalition
Die rot-schwarze Koalition in Brandenburg verfolgt mit der Dunkelfeldstudie das Ziel, die Sicherheitslage realistischer abzubilden. Bislang basieren polizeiliche Maßnahmen oft auf der Hellfeldstatistik, also den angezeigten Fällen. Diese bildet jedoch nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kriminalität ab. Durch die zusätzliche Erhebung von Daten im Dunkelfeld sollen Lücken geschlossen werden. Die Studie soll nicht nur quantitative Daten liefern, sondern auch qualitative Einblicke in die Motive der Opfer, keine Anzeige zu erstatten.
Reaktionen aus dem Landtag
Der Antrag fand eine mehrheitliche Zustimmung im Landtag. Oppositionsfraktionen begrüßten grundsätzlich die Initiative, forderten jedoch konkrete Maßnahmen zur Umsetzung. „Es reicht nicht, nur zu forschen, wir müssen auch handeln“, so ein Sprecher der Opposition. Die Landesregierung betonte, dass die Ergebnisse der Studie direkt in die Praxis einfließen sollen, etwa durch verbesserte Beratungsangebote und Schulungen für Polizeibeamte.
Ausblick
Die Dunkelfeldstudie soll in den kommenden Monaten ausgeschrieben und durchgeführt werden. Erste Ergebnisse werden für das nächste Jahr erwartet. Innenminister Redmann zeigte sich zuversichtlich, dass die Studie einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit in Brandenburg leisten wird. „Nur wenn wir das gesamte Bild kennen, können wir effektiv schützen“, so Redmann abschließend.



