Ein neues Bodycam-Video aus Southampton sorgt in Großbritannien für massive Empörung. Die Aufnahmen zeigen den 18-jährigen Studenten Henry Nowak, der nach einem Messerangriff am Boden liegt und stirbt, während Polizisten ihm Handschellen anlegen, statt Erste Hilfe zu leisten. Der junge Mann ruft mehrfach „I can’t breathe“ – ein Satz, der an den Tod von George Floyd erinnert.
Messerangriff im Dezember 2025
Henry Nowak war im Dezember 2025 auf dem Nachhauseweg, als er von dem 23-jährigen Vickrum Digwa niedergestochen wurde. Digwa gehört der Glaubensgemeinschaft der Sikh an. Als die Polizei eintraf, belog der Täter die Beamten und behauptete, Nowak habe ihn rassistisch beleidigt. Die Polizisten schenkten Digwa Glauben und legten dem schwer verletzten Opfer Handschellen an. Nowak versuchte zu erklären, dass er erstochen worden sei, doch die Beamten antworteten: „Wo denn? Ich glaube das nicht!“
Verzweifelte Hilferufe
In der Folge rief der Student mehrfach „I can’t breathe“. Diese Worte erinnern an die letzten Worte des Afroamerikaners George Floyd, der 2020 bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA ums Leben kam. Floyds Tod löste weltweit Proteste unter dem Motto „Black Lives Matter“ aus. Auch im Fall Nowak gibt es nun scharfe Kritik am Vorgehen der Polizei.
Prozess und Urteil
Der Prozess gegen Vickrum Digwa endete am Montag mit einer lebenslangen Haftstrafe. Das Bodycam-Video wurde während des Verfahrens öffentlich und in sozialen Medien vielfach geteilt. Der US-Milliardär Elon Musk bot den Angehörigen des Opfers finanzielle Unterstützung für eine Privatklage gegen die Polizei an.
Politische Reaktionen
Nigel Farage, Vorsitzender der rechtspopulistischen Partei Reform UK, forderte ein Ende „anti-weißer Vorurteile“. Er warf Premierminister Keir Starmer vor, sich nach dem Tod von George Floyd mit der Black-Lives-Matter-Bewegung solidarisiert zu haben, aber nach Nowaks Tod zu schweigen. „In diesem Land zählen die Rechte der Weißen weniger als die der ethnischen Minderheiten“, so Farage.
Premierminister Starmer bezeichnete den Fall auf X als „schrecklich und schockierend“ und begrüßte die Untersuchung durch eine unabhängige Aufsichtsbehörde. Die Aufnahmen werden derzeit intensiv ausgewertet, und die Debatte über Polizeigewalt und Rassismus in Großbritannien ist neu entbrannt.



