Das Filialnetz der Sparkassen in Brandenburg wird weiter ausgedünnt. Wie die Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der BSW-Fraktion im Landtag mitteilte, gab es im vergangenen Jahr landesweit noch 330 mit Personal besetzte Filialen. Zum Vergleich: Vor zwei Jahrzehnten waren es noch 401 Standorte im gesamten Bundesland.
Verändertes Nutzungsverhalten als Grund
Das Finanzministerium erklärte, die Entwicklung trage dem veränderten Nutzungsverhalten der Kunden Rechnung. Immer mehr Bankgeschäfte würden online erledigt, kontaktlose Bezahldienste nähmen zu und die Nachfrage nach persönlicher Beratung vor Ort sinke. Daher sei der Rückgang der Filialen eine logische Konsequenz.
BSW wirft Regierung Gleichgültigkeit vor
Der BSW-Landtagsabgeordnete Christian Dorst zeigte sich jedoch alarmiert. Die Antworten der Landesregierung offenbarten eine „erschreckende Gleichgültigkeit gegenüber dem ländlichen Raum“. Er betonte, dass die Sparkassen als öffentlich-rechtliche Institute einen gesetzlichen Auftrag zur Daseinsvorsorge hätten. Dieser werde durch die Schließungen zunehmend vernachlässigt.
Die Diskussion um das Sparkassen-Netz in Brandenburg ist nicht neu. Bereits in den vergangenen Jahren hatten Verbraucherschützer und Kommunalpolitiker auf die Bedeutung von Filialen insbesondere in ländlichen Regionen hingewiesen. Die Landesregierung verweist dagegen auf die wachsende Digitalisierung und die Möglichkeit, Bankdienstleistungen auch online oder über SB-Terminals zu nutzen.
Ob die Zahl der Filialen in Zukunft weiter sinken wird, ist absehbar. Die Sparkassen selbst betonen, dass sie ihr Angebot kontinuierlich an die Kundenbedürfnisse anpassen. Für viele Menschen in dünn besiedelten Gebieten bleibt der Gang zur nächsten Sparkasse jedoch ein immer weiterer Weg.



