Fast jeder fünfte Kleingarten in Sachsen-Anhalt steht leer – Hilfen gefordert
Kleingarten-Leerstand in Sachsen-Anhalt steigt drastisch

In Sachsen-Anhalt stehen immer mehr Kleingärten leer. Laut aktuellen Zahlen der Landesregierung waren Anfang 2026 landesweit 17.655 der rund 96.770 erfassten Parzellen ungenutzt. Das bedeutet, dass fast jeder fünfte Kleingarten keinen Pächter hat. Im Vergleich zu 2019 ist die Zahl der Leerstände um rund 3.900 oder 28 Prozent gestiegen. Diese Daten gehen aus Antworten der Landesregierung auf mehrere parlamentarische Anfragen der Linken hervor.

Trotz Leerstand: Kleingartenwesen bleibt verbreitet

Obwohl die Leerstände zunehmen, ist das Kleingartenwesen in Sachsen-Anhalt nach wie vor weit verbreitet. Im Landesverband der Gartenfreunde Sachsen-Anhalt sind mehr als 1.400 Vereine mit insgesamt knapp 97.000 Parzellen organisiert. Die gesamte Kleingartenfläche umfasst rund 4.266 Hektar. Das zeigt, dass die Kleingärten trotz der Probleme einen wichtigen Platz in der Region einnehmen.

Durchschnittsalter der Pächter sinkt

Ein positiver Trend ist, dass die Pächter im Durchschnitt jünger werden. Lag das Durchschnittsalter 2015 noch bei 63 Jahren, betrug es Anfang 2026 rund 57 Jahre. Dennoch reicht die Zahl der neuen Gartenfreunde nicht aus, um die frei werdenden Parzellen vollständig neu zu besetzen. Besonders viele ungenutzte Kleingärten gibt es in den Verbänden in Bernburg und Umgebung, Schönebeck und Umgebung sowie Magdeburg. Auch in der Region Zeitz liegt die Zahl der leerstehenden Parzellen bei über 1.000.

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Linke fordert „Kleingartenmillion“

Die Linke sieht dringenden Handlungsbedarf. Die agrarpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Kerstin Eisenreich, fordert für den nächsten Landeshaushalt eine zusätzliche „Kleingartenmillion“. Mit diesem Geld könnten verwilderte Parzellen beräumt, Gemeinschaftsgärten aufgebaut sowie Schul- und Kita-Gärten unterstützt werden. Eisenreich betont, dass die Förderung notwendig sei, um dem Leerstand entgegenzuwirken und die Attraktivität der Kleingärten zu steigern.

Landesregierung verweist auf bestehende Förderung

Die Landesregierung verweist auf bereits bestehende Fördermöglichkeiten und kommunale Entwicklungskonzepte für Kleingartenanlagen. Gleichzeitig räumt sie ein, dass ihr für viele Bereiche des Kleingartenwesens keine vollständigen Daten vorliegen. Die verfügbaren Zahlen beruhen überwiegend auf freiwilligen Meldungen der im Landesverband organisierten Vereine. Dies erschwert eine genaue Analyse der Lage und die Planung gezielter Maßnahmen.

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