Hindenburgdamm wird zum Syltdamm umbenannt – Bahn hält an interner Bezeichnung fest
Hindenburgdamm heißt jetzt Syltdamm

Der Hindenburgdamm, die fast 100 Jahre alte Eisenbahntrasse, die die nordfriesische Insel Sylt mit dem Festland verbindet, wird umbenannt. Nach langen Debatten hat die Gemeinde Sylt am Montagabend beschlossen, den Damm künftig „Syltdamm“ zu nennen. Die Entscheidung fiel im Vorfeld des 100. Geburtstags der Trasse im Jahr 2027. Die offizielle Umbenennung gilt jedoch nicht für die Deutsche Bahn, die die Strecke weiterhin intern als „Nummer 2010“ führt.

Hintergrund der Umbenennung

Der Hindenburgdamm wurde am 1. Juni 1927 von Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg persönlich eingeweiht. Hindenburg, der von 1925 bis 1934 Reichspräsident der Weimarer Republik war, gilt als Steigbügelhalter Adolf Hitlers. Er ernannte Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler und unterzeichnete später Notverordnungen, die die Grundrechte außer Kraft setzten und den Nationalsozialisten zur Macht verhalfen. Bereits 2019 hatten Grüne und SPD in Schleswig-Holstein eine Umbenennung gefordert.

Beschluss der Gemeinde Sylt

Das Organisationsteam für das Jubiläumsjahr 2027 und die Gemeinde Sylt entschieden im Wenningstedter Saal am Kliff, dass der über elf Kilometer lange, zweigleisige Eisenbahndamm nur noch Syltdamm heißen soll. Dies berichtete unter anderem die „Schleswig-Holsteiner Zeitung“ (shz). Die Umbenennung ist Teil der Vorbereitungen zum 100-jährigen Bestehen der Trasse.

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Position der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn führt die Bahntrasse offiziell weiter unter der Bezeichnung „Nummer 2010“. Laut Vorschrift dürfen nur Tunnel offizielle Personennamen tragen. Daher bleibt die interne Bezeichnung für die Eisenbahninfrastruktur unverändert. Für Reisende und die Öffentlichkeit wird jedoch die neue Bezeichnung Syltdamm verwendet.

Vergleich mit Berliner Ehrenbürgerschaft

Bereits 2020 hatte Berlin den ehemaligen Reichspräsidenten Hindenburg von der Liste der Ehrenbürger gestrichen. Der damalige Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) setzte damit einen Beschluss des Abgeordnetenhauses um. Die Begründung verwies auf Hindenburgs Rolle bei der Machtübergabe an Hitler und die Unterzeichnung von Gesetzen, die die Demokratie zerstörten.

Die Umbenennung des Hindenburgdamms in Syltdamm ist ein weiterer Schritt im Umgang mit belasteten historischen Persönlichkeiten. Während die Gemeinde Sylt einen symbolischen Akt setzt, bleibt die Bahn bei ihrer technischen Bezeichnung. Die Diskussion um die Namensgebung könnte jedoch noch nicht abgeschlossen sein, da das Jubiläumsjahr 2027 näher rückt.

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