Gehaltsstreit in Charlottenburg-Wilmersdorf: Amtschefs rebellieren gegen Bürgermeisterin
Gehaltsstreit: Amtschefs rebellieren in Charlottenburg-Wilmersdorf

Brandbrief gegen Bezirksbürgermeisterin

In Charlottenburg-Wilmersdorf hat ein interner Gehaltsstreit eine neue Eskalationsstufe erreicht. Die Amtschefs des Bezirks haben sich in einem Brandbrief an Bezirksbürgermeisterin Kirstin Bauch (Grüne) gewandt und werfen ihr eine ungerechte Gehaltspolitik vor. Der Brief, der der Berliner Morgenpost vorliegt, kritisiert insbesondere die geplanten Gehaltserhöhungen für bestimmte Führungskräfte im Rathaus, während andere Mitarbeiter leer ausgehen sollen.

Vorwürfe der Ungleichbehandlung

In dem Schreiben heißt es, die Bürgermeisterin bevorzuge eine kleine Gruppe von Amtsleitern und benachteilige andere systematisch. Konkret geht es um die geplante Anhebung der Gehälter für die Leiter der Bereiche Finanzen, Personal und Organisation, während die übrigen Amtschefs keine vergleichbaren Steigerungen erhalten sollen. Die Unterzeichner fordern eine transparente und gerechte Lösung für alle Beteiligten. „Es kann nicht sein, dass nur einige wenige von höheren Bezügen profitieren, während die Mehrheit der Amtsleiter mit unveränderten Gehältern auskommen muss“, zitiert die Morgenpost aus dem Brief.

Bürgermeisterin weist Kritik zurück

Kirstin Bauch hat die Vorwürfe umgehend zurückgewiesen. In einer Stellungnahme erklärte sie, die Gehaltsanpassungen seien aufgrund von gestiegenen Verantwortungen und Marktvergleichen notwendig. „Die Entscheidungen basieren auf objektiven Kriterien und dienen der Sicherstellung einer leistungsfähigen Verwaltung“, so Bauch. Sie betonte, dass alle Gehaltserhöhungen mit der zuständigen Senatsverwaltung abgestimmt seien. Die Amtschefs fordern nun ein gemeinsames Gespräch unter Moderation des Bezirkspersonalamts.

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Hintergrund des Konflikts

Der Gehaltsstreit schwelt bereits seit Monaten. Bereits im Frühjahr gab es erste Unstimmigkeiten, als bekannt wurde, dass die Bürgermeisterin ohne Beteiligung der Amtsleiter neue Gehaltsstrukturen eingeführt hatte. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte daraufhin einen Prüfantrag gestellt. Die Opposition aus CDU und FDP wirft Bauch mangelnde Transparenz vor. „Die Bürgermeisterin spielt mit dem Feuer. Dieser Konflikt schadet dem Betriebsklima und der Arbeit des Bezirksamts“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Evers der Morgenpost.

Auswirkungen auf die Verwaltung

Der offene Konflikt zwischen der Bürgermeisterin und den Amtschefs könnte die Arbeit des Bezirksamts beeinträchtigen. Mehrere Amtsleiter haben bereits mit Konsequenzen gedroht, falls keine Einigung erzielt wird. „Wir erwarten, dass unsere berechtigten Forderungen ernst genommen werden. Andernfalls werden wir weitere Schritte prüfen“, so ein namentlich nicht genannter Amtsleiter. Die Bezirksbürgermeisterin hingegen zeigt sich kompromissbereit: „Ich stehe für Gespräche zur Verfügung, aber an den sachlichen Gründen für die Gehaltsanpassungen wird sich nichts ändern.“

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