Nach Angriff auf Lokführer in Sachsen: EVG fordert Doppelbesetzung
Dresden (dpa/sn) – Nach einem tätlichen Angriff eines 16-Jährigen auf einen Lokführer in Sachsen hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erneut Konsequenzen gefordert. „Die wichtigste Maßnahme wäre die Doppelbesetzung, damit kein Zugbegleiter mehr allein auf dem Zug arbeiten muss“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der EVG, Kristian Loroch.
Der Vorfall im Detail
Am Samstagabend hatte der Jugendliche nach Angaben der Bundespolizei einen Lokführer niedergeschlagen und auf sein Opfer eingetreten. Der 16-Jährige hatte zuvor die Gleise überquert und war dabei von einer Zugbegleiterin fotografiert worden. Als der Jugendliche die Frau bedrängte, kam ihr der Lokführer zu Hilfe und wurde umgehend attackiert. Die Bundespolizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung.
EVG schlägt Alarm
Laut Loroch kommt es täglich zu gewalttätigen Angriffen auf Zugpersonal. „Ein Drittel der Bahn-Beschäftigten denkt schon jetzt daran, wegen der Sicherheitslage den Job zu wechseln.“ Politik und Bahnunternehmen müssten endlich wirksame Maßnahmen für mehr Sicherheit ergreifen. Die EVG fordert neben der Doppelbesetzung auch mehr Videoüberwachung und eine bessere Schulung des Personals im Umgang mit Konflikten.
Reaktionen und Ausblick
Die Deutsche Bahn zeigte sich betroffen und kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen zu prüfen. Fahrgastverbände unterstützen die Forderung nach Doppelbesetzung, weisen aber auf höhere Kosten hin. Die EVG bleibt hart: „Die Sicherheit der Mitarbeiter geht vor. Wir werden nicht lockerlassen, bis konkrete Verbesserungen umgesetzt sind.“



