Bayern: Leichter Anstieg bei Organspenden, aber weiterhin große Warteliste
Bayern: Leichter Anstieg bei Organspenden

In Bayern fehlt es weiterhin vielen hundert schwer kranken Menschen an einem Spenderorgan. Wie Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) mitteilte, haben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 67 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe gespendet. Das sind zwar sechs mehr als im Vorjahreszeitraum, doch das Grundproblem bleibt bestehen: „Aktuell warten in Bayern rund 1.050 Menschen auf ein lebenswichtiges Spenderorgan, deutschlandweit sind es rund 8.000“, sagte Gerlach.

Die CSU-Politikerin nannte diese Zahl bedrückend und warb erneut für die sogenannte Widerspruchslösung. Diese würde bedeuten, dass die Organe nach dem Tod grundsätzlich für Spenden genutzt werden dürfen – es sei denn, die betreffende Person hat dem vor dem Tod ausdrücklich widersprochen. „Jeder und jede wäre bei Vorliegen der medizinischen Voraussetzungen automatisch Organspender, könnte dem aber aktiv widersprechen“, erläuterte Gerlach.

Bisher gilt in Deutschland die gegenteilige Regelung: Eine Organspende ist nur mit einer ausdrücklichen Einwilligung möglich. Diese Regelung führt seit Jahren dazu, dass die Zahl der Spenderorgane weit hinter der Anzahl der wartenden Patienten zurückbleibt. Die Widerspruchslösung soll Abhilfe schaffen, indem sie die Hürden für eine Spende senkt und mehr Organe verfügbar macht. Die Diskussion über eine Gesetzesänderung wird seit Langem geführt, bisher jedoch ohne konkrete Umsetzung.

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Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der leichte Anstieg der Spenderzahlen nicht ausreicht, um die Wartelisten signifikant zu verkürzen. Viele Patienten verbringen Monate oder Jahre im Warten auf ein passendes Organ, manche versterben, bevor sie an die Reihe kommen. Gerlach appellierte daher an die Bürger, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und im Fall einer Ablehnung der Widerspruchslösung einen entsprechenden Widerspruch zu dokumentieren.

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