In Thüringen hat sich die Zeitspanne zwischen der Erteilung einer Baugenehmigung und der endgültigen Fertigstellung von Wohnimmobilien im vergangenen Jahr erneut verlängert. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilte, vergingen bei 660 fertiggestellten Wohnhäusern mit insgesamt 1.445 Wohnungen durchschnittlich 27 Monate – das ist ein Monat mehr als im Jahr 2024.
Mehrfamilienhäuser mit längster Bauzeit
Besonders zeitintensiv gestaltete sich die Errichtung von Mehrfamilienhäusern mit drei oder mehr Wohneinheiten. Hier lag die durchschnittliche Bauzeit bei 35 Monaten, was auf den hohen Bauaufwand und die komplexere Planung zurückzuführen ist. Auch bei Einfamilienhäusern verlängerte sich der Prozess: 552 fertiggestellte Einfamilienhäuser benötigten im Schnitt 26 Monate – zwei Monate mehr als im Vorjahr. Rund 44 Prozent aller Bauherren mussten länger als zwei Jahre auf den Einzug warten, während etwa jeder Fünfte (19,4 Prozent) bereits nach zwölf Monaten sein Eigenheim beziehen konnte.
Zweifamilienhäuser als positive Ausnahme
Eine erfreuliche Entwicklung gab es lediglich bei den Zweifamilienhäusern: Die 44 in Thüringen fertiggestellten Gebäude dieser Kategorie waren nach durchschnittlich 30 Monaten bezugsfertig – das sind vier Monate weniger als im Jahr 2024. Damit war dies die einzige Wohnhauskategorie, in der die Bauzeit 2025 kürzer ausfiel als im Vorjahr. Die Statistiker betonen, dass die Werte stark von der Größe und Komplexität der Projekte abhängen. Insgesamt zeigt sich jedoch ein Trend zu längeren Bauzeiten, der auch in anderen Bundesländern beobachtet wird. Gründe dafür könnten unter anderem Lieferengpässe bei Baumaterialien, Fachkräftemangel sowie gestiegene Anforderungen an Energieeffizienz und Brandschutz sein.



