Schulplatzvergabe in Steglitz-Zehlendorf: Hunderte Erstwünsche abgelehnt
In diesen Tagen flattern sie in die Briefkästen: die Schreiben des Schulamts zur Vergabe der Oberschulplätze. In Steglitz-Zehlendorf ist die Lage an den Integrierten Sekundarschulen besonders kritisch. Über 2300 Kinder haben ihre Erstwünsche für eine Oberschule abgegeben, doch 305 von ihnen müssen nun eine traurige Nachricht verkraften: Ihr Erstwunsch für eine siebte Klasse konnte vom Schulamt nicht erfüllt werden. Dies gab Bildungsstadträtin Malgorzata Sijbrandij (CDU) am Mittwochnachmittag auf Anfrage des Tagesspiegels bekannt.
Angespannte Situation an den Schulen
Die hohe Zahl der Ablehnungen zeigt, wie angespannt die Lage an den weiterführenden Schulen im Bezirk ist. Besonders betroffen sind die Integrierten Sekundarschulen, die oft als erste Wahl bei den Familien gelten. Die Gründe für die Ablehnungen sind vielfältig: begrenzte Kapazitäten, hohe Anmeldezahlen und eine ungleiche Verteilung der Schülerströme. Viele Eltern hoffen nun auf Zweit- oder Drittwünsche, die jedoch ebenfalls nicht immer erfüllt werden können.
Reaktionen aus der Politik
Bildungsstadträtin Sijbrandij betonte, dass das Schulamt alles daran setze, jedem Kind einen Platz an einer geeigneten Schule zu vermitteln. Sie verwies auf laufende Gespräche mit der Senatsverwaltung, um langfristig mehr Kapazitäten zu schaffen. Die Opposition im Bezirk kritisierte hingegen die mangelnde Planung und forderte einen schnelleren Ausbau der Schulplätze. Elternvertreter zeigten sich besorgt über die psychische Belastung der Kinder, die nun um ihren Wunschschulplatz bangen müssen.
Blick auf andere Bezirke
Die Situation in Steglitz-Zehlendorf ist kein Einzelfall. Auch in anderen Berliner Bezirken gibt es ähnliche Probleme. Die Senatsverwaltung für Bildung hat angekündigt, die Schulplatzvergabe in den kommenden Jahren zu reformieren und mehr Transparenz zu schaffen. Bis dahin müssen die betroffenen Familien jedoch mit den bestehenden Regelungen zurechtkommen.
Die betroffenen Kinder und Eltern können sich nun auf die weiteren Vergaberunden einstellen. Das Schulamt wird in den nächsten Wochen die Zweit- und Drittwünsche bearbeiten. Bis dahin heißt es für viele: Daumen drücken und hoffen, dass der Wunschplatz doch noch klappt.



