Hochbegabte Kinder: Eltern suchen nicht Elite-Diagnose, sondern Hilfe
Hochbegabte Kinder: Eltern suchen Hilfe, nicht Elite-Label

Immer mehr Eltern suchen für ihre Kinder eine Diagnose zur Hochbegabung? Ein verbreitetes Klischee, sagt Tanja Gabriele Baudson, die selbst solche Diagnostiken durchführt. In einem Interview mit dem Tagesspiegel stellt sie klar: Die meisten Eltern kommen nicht aus Eitelkeit oder dem Wunsch nach einem Elite-Label. Sie kommen, weil ihr Kind leidet oder sie das Gefühl haben, dass irgendetwas nicht passt.

Diagnostik dient dem Verständnis, nicht dem Etikett

Die Diagnostik solle helfen, das Verhalten des Kindes besser zu verstehen und die Umgebung passender zu gestalten. Es gehe nicht um eine Auszeichnung, sondern um Unterstützung. Baudson betont, dass viele Kinder mit Hochbegabung unter Unterforderung oder sozialen Schwierigkeiten leiden. Die Diagnose sei daher oft der erste Schritt, um gezielt zu helfen.

Eltern wollen das Beste für ihr Kind

Das Klischee, Eltern suchten eine Elite-Diagnose, halte sich hartnäckig, sei aber falsch. In ihrer Praxis erlebe sie vor allem Eltern, die verunsichert sind und nach Antworten suchen. Die Diagnose Hochbegabung könne entlasten, indem sie erklärt, warum ein Kind anders reagiert oder besondere Bedürfnisse hat. Baudson appelliert, die Motivation der Eltern ernst zu nehmen, statt sie zu verurteilen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die genauen Zahlen, wie viele Kinder in Deutschland als hochbegabt gelten, sind nicht bekannt. Schätzungen gehen von etwa zwei Prozent der Bevölkerung aus. Die Diagnostik sei jedoch kein Massenphänomen, sondern eine individuelle Entscheidung. Baudson rät Eltern, bei Auffälligkeiten professionelle Hilfe zu suchen, aber nicht vorschnell ein Etikett zu erwarten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration