Senat beschließt 500 neue Stellen für Schulverwaltung
Der Berliner Senat hat am Dienstag beschlossen, 500 zusätzliche Stellen für die Schulverwaltung zu schaffen. Dies gab Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bekannt. Die neuen Stellen sollen vor allem in den Bereichen Digitalisierung, Schulbau und Verwaltung eingesetzt werden.
Die Maßnahme ist Teil des sogenannten "Zukunftspakts Schule", den der Senat im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht hat. Ziel ist es, die Berliner Schulen besser aufzustellen und den wachsenden Herausforderungen gerecht zu werden. Insgesamt sollen in den nächsten fünf Jahren rund 1.000 neue Stellen in der Schulverwaltung entstehen.
Kosten und Finanzierung
Die 500 neuen Stellen kosten den Senat jährlich etwa 25 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt aus dem Landeshaushalt. Senatorin Scheeres betonte, dass die Ausgaben notwendig seien, um die Qualität der Berliner Schulen zu sichern. "Wir investieren in die Zukunft unserer Kinder und in die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte", so Scheeres.
Die Opposition kritisierte die Maßnahme als unzureichend. Der bildungspolitische Sprecher der CDU, Alexander Graf, sagte: "500 Stellen sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir brauchen dringend mehr Personal in der Schulverwaltung, um die Digitalisierung voranzutreiben."
Digitalisierung als Schwerpunkt
Ein Schwerpunkt der neuen Stellen liegt auf der Digitalisierung der Schulen. Berlin hat in diesem Bereich Nachholbedarf, wie eine Studie des Digitalverbands Bitkom im vergangenen Jahr zeigte. Demnach sind nur 30 Prozent der Berliner Schulen mit schnellem Internet ausgestattet.
Mit den neuen Stellen sollen unter anderem IT-Administratoren eingestellt werden, die sich um die technische Ausstattung der Schulen kümmern. Zudem sollen Fortbildungen für Lehrkräfte im Bereich Digitalisierung angeboten werden.
Reaktionen aus der Lehrerschaft
Der Berliner Lehrerverband begrüßte die Entscheidung des Senats. Der Vorsitzende, Kai Günther, erklärte: "Die zusätzlichen Stellen sind ein wichtiger Schritt, um die Verwaltung zu entlasten. Allerdings müssen die Stellen auch schnell besetzt werden." Er forderte den Senat auf, attraktive Arbeitsbedingungen zu schaffen, um qualifiziertes Personal zu gewinnen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte hingegen, dass die Stellen nicht ausreichten. Die GEW-Landesvorsitzende Doreen Siebernik sagte: "Wir brauchen mindestens 1.000 neue Stellen, um den Bedarf zu decken. Der Senat handelt zu zögerlich."
Ausblick
Der Senat will in den kommenden Monaten die Ausschreibungen für die neuen Stellen veröffentlichen. Die ersten Mitarbeiter sollen im Herbst ihren Dienst antreten. Senatorin Scheeres zeigte sich zuversichtlich, dass die Stellen schnell besetzt werden können. "Wir haben gute Erfahrungen mit der Einstellung von Verwaltungspersonal gemacht. Ich bin optimistisch, dass wir die Stellen zeitnah besetzen können."



