Vergessene Festungsanlage auf der Ostseeinsel Poel
Vergessene Festungsanlage auf der Ostseeinsel Poel

Auf der Ostseeinsel Poel, nahe Kirchdorf, liegt eine weitgehend unbekannte Festungsanlage aus dem 17. Jahrhundert. Die sternförmige Bastion mit Wassergräben und Kanonen wurde ab 1614 unter Herzog Johann Albrecht II. von Mecklenburg-Güstrow errichtet und vom niederländischen Festungsbauer Gerhart Evert Pilooth geplant. Sie sollte als kleiner Flottenstützpunkt dienen und war strategisch wichtig für die nahe Stadt Wismar.

Die Anlage umfasste ein zweigeschossiges Schloss mit Flügeln, Wirtschaftsgebäude und rund 24 Hektar Fläche. Die bereits 1258 erbaute Kirche von Kirchdorf wurde in das Festungssystem integriert, was aus militärischer Sicht ungewöhnlich war. Die Festung war mit etwa 30 Kanonen schwer bewaffnet.

Mit dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges 1618 wurde Poel mehrfach überrannt und besetzt – von Dänen, Kaiserlichen und Schweden. 1620 trafen sich der schwedische König Gustav II. Adolf und Herzog Adolf Friedrich I. auf dem Poeler Schloss, und die schwedische Königsbraut Maria Eleonora wurde dort empfangen.

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Nach 1630 verfiel die Anlage rasch. Ab dem 18. Jahrhundert durften die Inselbewohner die Ruinen als Baumaterial nutzen, sodass die Festung Stein für Stein abgetragen wurde. Im 19. Jahrhundert verschwanden die letzten sichtbaren Reste.

Heute sind nur noch ein Wallrest und Fundamente erhalten. Informationstafeln und ein Modell im Inselmuseum dokumentieren die Geschichte. Der Grundriss ist aus der Luft noch als fünfzackiger Stern erkennbar. Auf dem Gelände finden heute kulturelle Veranstaltungen statt.

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