Promis zum Dom-Eintritt: Von Ablehnung bis Verständnis
Promis zum Dom-Eintritt: Von Ablehnung bis Verständnis

Kölner Dom: Prominente Meinungen zur Eintrittsgebühr

Die Ankündigung, dass der Kölner Dom ab Juli 2025 Eintritt kosten soll, hat eine hitzige Diskussion entfacht. Das Domkapitel will am Dienstag um 11.00 Uhr die genaue Höhe der Gebühr bekannt geben. Während die einen den Schritt für notwendig halten, um die gewaltigen Unterhaltskosten zu decken, sehen andere darin ein falsches Signal. Eine dpa-Umfrage unter Kölner Prominenten zeigt ein geteiltes Echo.

Hape Kerkeling: Eintritt ist „unmöglich“

Entertainer Hape Kerkeling (61) lehnt die Idee kategorisch ab: „Unmöglich! Das geht nicht. Die Zeiten ändern sich – aber Eintrittsgeld für den Dom? Wer hat sich das denn ausgedacht?“ Kerkeling, der mit seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ über den Jakobsweg bekannt wurde, hat den Dom auch in seinen Film „Horst Schlämmer sucht das Glück“ eingebaut.

Karl Lauterbach: „Falsches Zeichen“

Der Kölner SPD-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (63) kritisiert die Entscheidung ebenfalls: „Es ist ein falsches Zeichen, Eintritt zu verlangen. Die Kirche sollte gerade den Armen offen stehen. Es muss in dieser Gesellschaft auch noch schöne Dinge geben, die nichts kosten.“

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Günter Wallraff: Gemischte Gefühle

Enthüllungsjournalist Günter Wallraff (83) zeigt Verständnis für die finanzielle Notwendigkeit, hat aber Bedenken: „Ich gehe manchmal spontan in den Dom, um innezuhalten. Wie will man da die Grenze ziehen zwischen Touristen und Betenden?“ Er sieht jedoch ein, dass der Unterhalt viel Geld kostet und dass der Dom nicht wie eine beliebige Touristenattraktion behandelt werden sollte.

Gerhard Richter: Eintritt ist angemessen

Der Maler Gerhard Richter (94), der eines der Domfenster gestaltete, befürwortet die Gebühr. „Bei Sehenswürdigkeiten wie dem Mailänder Dom wird das bereits praktiziert“, argumentiert er. Der Dom und die romanischen Kirchen sind seine Lieblingsorte in Köln.

Alice Schwarzer: „Bedauerlich“

Frauenrechtlerin Alice Schwarzer (83) findet die Gebühr „bedauerlich“. „Er gehört uns allen“, sagt sie. Als Mitglied des Dombauvereins ist sie von der Regelung ausgenommen. Ihr Lieblingsort im Dom ist der Vierungsturm.

Carolin Kebekus: Schade, aber verständlich

Komikerin Carolin Kebekus (45) reagierte zunächst ablehnend, zeigt aber Verständnis: „Meine erste Reaktion war: Was? Nein! Das geht nicht!“ Sie erinnert sich an ihre Jugend, in der sie oft im Dom war. „Andere große Kirchen nehmen auch Eintritt. Ich hätte es lieber anders, aber ich finde es verständlich.“

Wolfgang Niedecken: Ehrfurcht vor der Dombauhütte

BAP-Sänger Wolfgang Niedecken (75) meint, die Kirche sollte genug Geld für den laufenden Betrieb haben. „Die Instandhaltung der Bausubstanz ist unheimlich teuer. Wie die Fachleute der Dombauhütte das hinbekommen, erfüllt mich mit Ehrfurcht.“ Der Dom ist seit 1996 Weltkulturerbe.

Guido Cantz: Schritt nachvollziehbar

Komiker und TV-Moderator Guido Cantz (54) zeigt Verständnis: „Um die Betriebs- und Erhaltungskosten zu bewältigen, ist dieser Schritt nachvollziehbar.“ Als praktizierender Katholik hat er gemischte Gefühle: „Ich habe schon in diversen Gotteshäusern Eintritt bezahlt. Das fühlt sich immer merkwürdig an.“

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