Der in der Ostsee gestrandete Wal soll nun doch gerettet werden. Wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch mitteilte, steckt eine private Initiative dahinter. Finanziert wird der Rettungsversuch unter anderem vom Media-Markt-Gründer Walter Gunz.
Das Konzept sei mit sehr wenigen Eingriffen verbunden, sagte Backhaus. Am 16. April ab 6 Uhr soll Phase 1 starten. Zunächst solle der vordere Teil des Wales freigespült werden, dann sollen Luftkissen zum Einsatz kommen, um den Wal schonend aus dem Wasser zu heben. Danach solle er auf einer Plane zwischen zwei Pontons transportiert werden. Am darauffolgenden 17. April solle der Transport beginnen. Die Pontons mit der Plane zwischen ihnen, auf der der Wal dann liegt, soll von einem Schlepper in Richtung Atlantik gezogen werden.
Der Wal soll laut Konzept mit dieser Hilfe erst in die Nordsee und dann in den Atlantik gebracht werden. „Die Rettung soll eine schonende Befreiung und Rückführung in tiefes Wasser – in Richtung Nordsee und Atlantik – beinhalten.“ Eine Lebendbergung von einem Buckelwal habe es in Mecklenburg-Vorpommern noch nie gegeben. Mit dem nun vorgelegten Konzept sei dies möglich. Das Umweltministerium sei nicht verantwortlich, man habe die Verantwortung an die Privatinitiative übergeben.
Das Konzept wurde der internationalen Strandungsexpertengruppe „Stranded No More“ (SNM) vorgelegt. SNM hat das Konzept überarbeitet, der konkreten Situation von Hope angepasst und zusätzlich ein eigenes, wesentlich detaillierteres Konzept in direkter Abstimmung mit dem Team erstellt. Parallel dazu wurde beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Ostsee ein Antrag auf Baggerarbeiten im Bereich des Strandungsortes gestellt, um einen Fluchtkanal für Hope freizulegen.
Die Gruppe rund um Gunz hatte für ihr Konzept seit Tagen geworben. In einer Pressemitteilung von Dienstag heißt es: „Das vom Team entwickelte Rettungskonzept verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der das Wohlbefinden des Tieres, die logistischen Anforderungen vor Ort sowie eine geordnete Begleitung des Wals zurück ins offene Meer miteinander verbindet.“ Neben Gunz setzt sich das „Rettungsteam“ aus mehreren Personen zusammen, darunter Karin Walter-Mommert, Jens Schulz, Dirk Wippich, Klaus und Nadine Kraft von der Tierrettung Greifswald e.V., Marianne Hess, Veronika und Felix Bohnsack sowie Christiane Freifrau von Gregory.



