Maischberger lässt Aiwangers Falschbehauptungen unwidersprochen stehen
Maischberger: Aiwangers Falschbehauptungen als Blickwinkel

In der jüngsten Ausgabe der ARD-Talkshow „Maischberger“ stand die Migrationspolitik im Fokus. Neben Gastgeberin Sandra Maischberger diskutierten unter anderem der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und die Grünen-Politikerin Katharina Dröge. Dabei sorgte vor allem Aiwanger für Aufsehen, indem er mehrfach von den Fakten abwich, ohne dass Maischberger dies korrigierte.

Merz‘ Kommunikation im Fokus

Zu Beginn der Sendung drehte sich die Diskussion um die Kommunikationsfähigkeiten von Kanzler Friedrich Merz. Maischberger und ihre Gäste – darunter Ex-Tagesschau-Moderator Constantin Schreiber und „Focus“-Journalistin Alisha Mendgen – analysierten Merz‘ öffentliche Auftritte. Schreiber bezeichnete Merz‘ Verwendung von Angela Merkels Satz „Wir schaffen das“ als „verunfalltes Manöver“, während Mendgen von einem „Treppenwitz der Geschichte“ sprach. Gregor Peter Schmitz vom „Stern“ hingegen wies auf Merz‘ mangelnde Regierungserfahrung hin, die zu schlechten Umfragewerten führe.

Maischberger stellt sich selbst infrage

Maischberger fragte sich, ob die mediale Berichterstattung zur Unbeliebtheit des Kanzlers beitrage: „Man fragt sich immer, machen wir es durch unser Reden besser oder schlechter?“ Diese Frage richtete sie jedoch nicht an ihre Gäste, sondern stellte sie in den Raum. Anschließend wechselte sie zum eigentlichen Thema der Sendung: den geplanten „Return Hubs“ – Abschiebezentren in Drittstaaten für abgelehnte Asylbewerber.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kontroverse um Abschiebezentren

Während Schreiber und Mendgen die Pläne skeptisch beurteilten und auf gescheiterte Versuche in Großbritannien und Australien verwiesen, zeigte sich Aiwanger begeistert. Er sprach sofort von Straftätern, die man außer Landes schaffen müsse. Dröge widersprach und betonte, dass es nicht um Straftäter, sondern um gut integrierte Familien mit Kindern gehe. Maischberger erkannte den Unterschied, ließ es jedoch bei einer allgemeinen Feststellung bewenden, ohne konkrete Zahlen zu liefern.

Aiwangers Falschbehauptung bleibt unkorrigiert

Als Aiwanger behauptete, gewalttätige Männer seien die „absolute Minderheit“ und das „Zigfache“ der Familien, hätte Maischberger eingreifen müssen. Tatsächlich machen Straftäter nur vier bis sieben Prozent der Ausreisepflichtigen aus, während Frauen und Minderjährige etwa die Hälfte stellen. Maischberger verharmloste die Falschaussage jedoch als „unterschiedlichen Blickwinkel“ und versäumte es, die Fakten klarzustellen. Damit trug die Sendung nicht zur Aufklärung bei, sondern zur Desinformation und Spaltung der Gesellschaft.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration