Bayerische Polizei testet Taser im Streifendienst ab Montag
Bayern testet Taser im Streifendienst

Bayerns Polizistinnen und Polizisten dürfen in einem Pilotprojekt den Einsatz von Tasern im Streifendienst erproben. Das teilte das Innenministerium in München mit. Die bayerische Polizei sehe sich einer wachsenden Zahl von Einsatzlagen mit Gewaltandrohungen und tätlichen Angriffen ausgesetzt. Der Einsatz der Geräte, die aus der Distanz Elektroschocks abgeben können, solle die Beamten schützen und sei ein möglichst schonendes und wirksames Einsatzmittel.

Bereits Erfahrung mit Tasern

Der Taser-Einsatz bei der Polizei ist nicht ganz neu. In Bayern wird die Waffe bereits seit 2006 von Spezialeinheiten genutzt und seit 2021 bei geschlossenen Einheiten wie dem bayerischen Unterstützungskommando. Von Montag an soll der Einsatz von den Polizeiinspektionen Schweinfurt, Regensburg Süd und Augsburg Mitte erstmals im Streifendienst getestet werden.

Taser-Einsatz umstritten

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte sich in den vergangenen Jahren noch zurückhaltend zu Taser-Einsätzen im Streifendienst geäußert. Die Deutsche Polizeigewerkschaft hatte den Einsatz der Geräte dort jedoch wiederholt gefordert. Der Einsatz der Elektroschockgeräte sorgt immer wieder für Debatten. Beispielsweise kam nach tödlichen Schüssen von Polizisten auf eine mutmaßliche Messerstecherin in München im vergangenen Jahr die Frage auf, ob ein Taser den Tod der Frau hätte verhindern können.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kritiker stellen die Wirksamkeit der Geräte infrage und warnen zudem: Die Hemmschwelle, den Taser zu nutzen, sei niedriger als bei einer Schusswaffe. Das beobachteten etwa Wissenschaftler der Polizei-Hochschule in Nordrhein-Westfalen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration