Wohlfahrtsverband: Bayern hat die wenigsten Armen in Deutschland
Bayern hat die wenigsten Armen

München – Der Wohlfahrtsverband hat in seinem aktuellen Bericht festgestellt, dass Bayern im bundesweiten Vergleich die wenigsten Armen zählt. Die Armutsquote im Freistaat liegt demnach bei 11,9 Prozent und ist damit die niedrigste aller deutschen Bundesländer. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hervor.

Positive Entwicklung in Bayern

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Armutsquote in Bayern leicht gesunken. Während sie 2022 noch bei 12,3 Prozent lag, konnte sie nun um 0,4 Prozentpunkte reduziert werden. Dies bedeutet, dass rund 1,5 Millionen Menschen in Bayern von Armut betroffen sind. Der Wohlfahrtsverband betont jedoch, dass trotz dieser positiven Entwicklung noch immer viele Menschen in prekären Verhältnissen leben.

Regionale Unterschiede

Innerhalb Bayerns gibt es deutliche regionale Unterschiede. Während in Oberbayern die Armutsquote mit 9,8 Prozent am niedrigsten ist, sind in Oberfranken mit 15,2 Prozent die meisten Menschen von Armut betroffen. Auch in Unterfranken und der Oberpfalz liegen die Quoten über dem bayerischen Durchschnitt. Der Wohlfahrtsverband fordert daher gezielte Maßnahmen für strukturschwache Regionen.

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Der Bericht zeigt zudem, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders stark von Armut betroffen sind. Dazu zählen Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Menschen mit Migrationshintergrund. Auch Rentner und Arbeitslose haben ein erhöhtes Armutsrisiko. Der Wohlfahrtsverband appelliert an die Politik, die soziale Sicherung zu stärken und die Bekämpfung von Armut zur Priorität zu machen.

Bundesweiter Vergleich

Bundesweit liegt die Armutsquote bei 16,6 Prozent. Die höchsten Quoten verzeichnen Bremen (29,1 Prozent), Nordrhein-Westfalen (18,7 Prozent) und Sachsen-Anhalt (18,5 Prozent). Bayern, Baden-Württemberg (12,5 Prozent) und Hessen (13,8 Prozent) schneiden am besten ab. Der Wohlfahrtsverband kritisiert, dass die Armut in Deutschland insgesamt auf einem hohen Niveau verharre und die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergehe.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert eine Reform der Grundsicherung, einen höheren Mindestlohn sowie eine bessere Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt. Nur so könne Armut nachhaltig bekämpft werden. Der Bericht basiert auf Daten des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit.

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