Sammlung Horn wird dauerhaft auf Schloss Gottorf bleiben
Sammlung Horn bleibt dauerhaft auf Schloss Gottorf

Schleswig (dpa/lno) – Ein bedeutendes Kapitel der deutschen Kunstgeschichte findet eine dauerhafte Heimat: Die Kunstsammlerin und Stifterin Bettina Horn hat angekündigt, ihre umfangreiche Sammlung mit mehr als 500 Kunstwerken dem Land Schleswig-Holstein zu schenken. Die Sammlung, die Werke von Emil Nolde, Ernst Barlach und der Künstlergruppe „Brücke“ umfasst, werde auf Schloss Gottorf in Schleswig eine wunderbare Heimat finden, erklärte die in Berlin lebende Mäzenin anlässlich des Besuchs von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).

Schenkung sichert Zukunft der Sammlung

Die Schenkung entspreche dem Willen ihres verstorbenen Mannes Rolf Horn und gebe dem Museum zudem langfristige Planungssicherheit, so Bettina Horn weiter. Ministerpräsident Günther zeigte sich tief beeindruckt von der Entscheidung: „Es ist ein großartiger Tag für die Kunst und die Kultur in Schleswig-Holstein. Dass Sie uns alle für immer an diesem Lebenswerk teilhaben lassen, macht mich sehr dankbar und stolz. Sie vermachen uns mit dieser großartigen Sammlung einen einzigartigen Schatz“, betonte Günther. Er unterstrich, dass dies keineswegs selbstverständlich sei.

Meilenstein für die Landesmuseen

Thorsten Sadowsky, der leitende Direktor der Landesmuseen, bewertete die avisierte Schenkung als einen enorm wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Landesmuseen. „Der dauerhafte Verbleib der renommierten Sammlung Horn in Schleswig bedeutet eine substanzielle Stärkung der Landesmuseen im Bereich der klassischen Moderne und sichert der Gottorfer Museumsinsel den Status als bedeutendem Zentrum des deutschen Expressionismus“, erklärte Sadowsky.

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Geschichte der Sammlung Horn

Bereits 1988 ließ der 1912 in Kiel geborene Rolf Horn Teile seiner Expressionismus-Sammlung erstmals auf Schloss Gottorf ausstellen. 1995 erhielt die Sammlung Rolf und Bettina Horn in der Galerie der Klassischen Moderne ihren festen Platz. Die Sammlung umfasst unter anderem Werke der drei großen norddeutschen Expressionisten Christian Rohlfs, Emil Nolde und Ernst Barlach. Darüber hinaus sammelte Rolf Horn Werke von Mitgliedern der Künstlergruppe „Brücke“ wie Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Max Pechstein. Im Bereich der Skulptur ergänzten Rolf und Bettina Horn die Sammlung mit zeitgenössischen Werken.

Internationale Tournee und Wiedereröffnung

Die Sammlung war zuletzt zwei Jahre auf internationaler Ausstellungstournee. Ab Anfang Juli sind die Werke von Künstlern wie Alexej von Jawlensky, Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner, Käthe Kollwitz, Ernst Barlach und vielen weiteren nach dem Umbau und der Sanierung der Galerie der Moderne wieder auf Schloss Gottorf zu sehen. Die Stiftung Rolf und Bettina Horn bleibt den Angaben zufolge als selbstständige Stiftung bestehen, wird aber langfristig in die Obhut der Stiftung Landesmuseen übergehen. Im Ergebnis sei diese Überleitung ein Geschenk an das Land Schleswig-Holstein, so wie es sich der Textilunternehmer Rolf Horn immer gewünscht habe.

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