Trump drängt Fed vor Warsh-Debüt zu Zinssenkungen trotz Inflation
Trump drängt Fed zu Zinssenkungen trotz Inflation

US-Präsident Donald Trump hat sich am Sonntag klar gegen eine Zinserhöhung der Federal Reserve ausgesprochen und damit Druck auf deren neu ernannten Chef Kevin Warsh aufgebaut. „Es gibt keinen Grund, die Zinsen zu erhöhen“, sagte Trump in einem Interview mit dem Sender NBC. „Wir sollten die Zinsen eigentlich senken.“ Eine Zinserhöhung sei „das Falsche“ – auch wenn die Märkte nach einem starken US-Arbeitsmarktbericht zuletzt genau darauf wetten.

Starker Arbeitsmarktbericht heizt Spekulationen an

Der Beschäftigungsbericht vom Freitag hatte alle Prognosen übertroffen: Die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft stieg im Mai um 172.000, die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,3 Prozent. Die Folge war ein Ausverkauf am Anleihemarkt und eine vollständige Einpreisung einer Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt bis Jahresende. Goldman Sachs strich daraufhin seine Prognose für eine Zinssenkung im Dezember 2026 und verschob zwei erwartete Lockerungsschritte auf Juni und Dezember 2027.

Warsh unter Druck vor erster Fed-Sitzung

Warsh bereitet sich derweil auf seine erste Fed-Sitzung am 16. und 17. Juni vor – unter wachsendem Druck aus Politik und Märkten. Trump hatte Warsh nominiert, nachdem er die US-Notenbank monatelang öffentlich zu Zinssenkungen gedrängt hatte. Nun betont er zwar, Warsh solle sein „eigenes Ding machen“ – ließ im Interview aber Frustration durchblicken: „Ich habe großen Respekt vor Kevin, aber mein Gefühl ist, dass man ein Land, dem es gut geht, nicht sofort mit Zinserhöhungen bestrafen sollte.“

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Trumps Argumente: Wachstum als Inflationsbekämpfer

Trump argumentierte zudem, wirtschaftliches Wachstum könne Inflation von selbst eindämmen – ohne den Griff zur Zinsschraube. „Wenn Inflation kommt, dann bekämpft man sie eben“, sagte er. „Aber Erfolg kann Inflation genauso töten wie höhere Zinsen.“ Die Umfragewerte für Trump waren zuletzt gesunken – vor allem wegen der Belastungen durch den Iran-Krieg, hohe Benzinpreise und Sorgen um die Wirtschaft.

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