Wasserkocher im Test: Heiße Teile mit Verbrennungsgefahr
Wasser zu erhitzen, ist keine Kunst. Doch die richtige Temperatur für Kaffee oder grünen Tee zu treffen, schon. Im Test von fünf edlen kabellosen Wasserkochern aus Deutschland, Schweden, Großbritannien und den USA gingen einige Geräte so enthusiastisch vor, dass Verbrennungsgefahr drohte. Die Spanne reicht von 69,90 Euro bis 250 Euro – nicht alle sind ihren stolzen Preis wert.
Die getesteten Modelle im Überblick
Aarke Kettle Sand
Der schwedische Wasserkocher von Aarke besticht durch minimalistisch-funktionales skandinavisches Design. Mit 250 Euro ist er das teuerste Modell im Test. Die Verarbeitung ist sehr solide, die Kanne fasst 1,2 Liter und wiegt knapp 1,3 Kilogramm. Der Kocher steht stabil auf dem Edelstahlsockel und schwingt auch bei Stößen zurück. Die Zieltemperatur ist einstellbar, allerdings sind die Zahlen auf dem Sockel kaum ablesbar. Im Test erreichte der Aarke mit 1850 Watt das Kochen in 3:18 Minuten – das Schlusslicht. Die Temperaturen wichen nie mehr als 1 °C ab. Die Reinigung ist einfach, da kein hervorstehendes Heizelement vorhanden ist. Der Deckel lässt sich per Knopfdruck öffnen, aber nicht mit einer Hand bedienen. Preis: 250 Euro.
Ritter Fontana 5
Der Ritter Fontana 5 wird in Deutschland produziert und kostet 159 Euro. Er ist mit 1,1 Liter der kleinste Kessel im Test, kocht aber mit 2,4 Kilowatt in 2:37 Minuten – einer der schnellsten. Die Steuerung erfolgt über Folientaster (70, 80, 95, 100 °C). Die Isolierung ist gut: Nach 31 Minuten fällt die Temperatur von 100 °C auf 80 °C. Allerdings ist der Deckel hakelig und benötigt zwei Hände. Zudem tritt nach dem Abschalten 10 bis 15 Sekunden lang heißer Dampf aus. Preis: 159 Euro.
KitchenAid Artisan Empire Red
Der KitchenAid Artisan überzeugt mit Retro-Design und massiver Bauweise. Der doppelwandige 1,5-Liter-Kessel steht bombenfest. Ein analoger Schieberegler stellt die Temperatur stufenlos von 50 bis 100 °C ein. Die aktuelle Temperatur wird auf einem runden Zeigerinstrument angezeigt. Das Wasser kocht in 2:35 Minuten, kühlt aber nach 17 Minuten auf 80 °C ab. Die Reinigung ist aufgrund der kleinen Deckelöffnung schwierig. Preis: 169 Euro.
Gastroback Advanced Thermo
Der Gastroback Advanced Thermo kombiniert Wasserkocher und Thermoskanne. Der 1,7-Liter-Kessel ist doppelwandig isoliert und hält das Wasser stundenlang heiß. Die Heizung mit 2,2 Kilowatt kocht in 3:05 Minuten. Die Steuerung erfolgt über Sensortasten am Sockel, die Ist-Temperatur wird digital angezeigt. Der Deckel muss komplett abgezogen werden, die Öffnung ist schmal. Der Wasserstrahl ist für sehr kleine Teefilter etwas zu breit. Preis: 69,90 Euro.
Russell Hobbs Calm
Der Russell Hobbs Calm ist ein farbenfrohes Gadget mit Mattglas-Behälter. Während des Erhitzens wechselt er die Farbe und spielt eine Melodie. Der Kessel wird jedoch so heiß wie das Wasser – Verbrennungsgefahr! Er fasst 1,7 Liter und kocht in 3:01 Minuten. Die Statik ist wackelig, der Kocher schwankt bei Stößen. Das Innere ist schwer zu reinigen, da sich an der Nahtstelle Wasser sammelt und das Heizelement frei verbaut ist. Preis: 95 Euro.
Sicherheit und Handhabung
Alle getesteten Wasserkocher schalten sich beim Erreichen der Zieltemperatur ab, haben Trockengehschutz und tropfen nicht. Außer dem Russell Hobbs Calm, der außen bis zu 100 °C heiß wird, bleiben die Außentemperaturen bei maximal 42 °C. Der Aarke und der Ritter schalten sich beim Öffnen des Deckels ab, die anderen heizen weiter. Die Reinigung ist beim Aarke am einfachsten, beim KitchenAid und Russell Hobbs am schwierigsten.
Fazit
Der Aarke Kettle ist ideal für Designliebhaber mit tiefen Taschen. Der Ritter Fontana 5 bietet schnelles Kochen, aber Schwächen beim Dampf. Der KitchenAid Artisan punktet mit Retro-Charme, der Gastroback Advanced Thermo mit Isolierfunktion. Der Russell Hobbs Calm ist ein unterhaltsames Gadget, aber heiß und schwer zu reinigen. Letztlich hängt die Wahl vom persönlichen Geschmack und Budget ab.



