Ärger mit Tapeten: Diese Fehler macht fast jeder beim Tapezieren
Tapetenfehler: Diese Fehler macht fast jeder beim Tapezieren

Einmal im Leben hat fast jeder schon zur Tapetenrolle gegriffen. Vielleicht nur, um alte Bahnen mühsam von der Wand zu kratzen. Doch das echte Abenteuer beginnt beim Anbringen. Und manchmal endet es mit Frust: Die frisch geklebte Tapete löst sich wieder.

Häufige Fehler beim Tapezieren

Mit solchen Fällen hat Tapezierprofi Boris Steiner regelmäßig zu tun. Er ist Geschäftsführer beim Malerbetrieb Steiner & Pawlowski in Krefeld. Wenn Kunden ihn rufen, weiß er oft sofort, woran es liegt. „Entweder wurde zu wenig oder zu viel Kleister aufgetragen“, nennt Steiner zwei der häufigsten Ursachen für schlecht haftende Tapeten im Gespräch mit myHOMEBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer).

Zu viel oder zu wenig Kleister sorgt für Ärger

Zu wenig Kleister versteht jeder Heimwerker sofort. Aber zu viel? Auch das kann zum Problem werden. „Ja, auch zu viel des Guten hilft nicht immer. Gerade ältere Papiertapeten dehnen sich beim Auftragen des Kleisters aus. Wenn dann der Kleister ungleich verteilt wird, können beispielsweise die Randbereiche schneller trocknen als Bereiche in der Mitte. In der Folge entsteht keine geschlossene Klebefläche.“

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Die Folge: Die Tapete haftet nicht richtig. Sie wirft Blasen oder löst sich an den Rändern. Oft beginnt der Fehler schon beim Anrühren. Ist der Kleister zu dünn, fehlt ihm die volle Klebewirkung. „Deswegen am besten immer beim Anrühren an die Anweisungen auf der Verpackung des Herstellers halten“, empfiehlt Steiner.

Tapeten-Art und Verpackung genau prüfen

Ein Blick auf die Verpackung lohnt sich auch aus einem anderen Grund. Dort steht meist genau, welche Mischung zu welcher Tapetenart passt. Neben klassischen Raufaser- und Papiertapeten sind in den vergangenen Jahren vor allem Vliestapeten immer beliebter geworden. „Vliestapeten haben den entscheidenden Vorteil, hier reicht es die Wand einzukleistern. Tapezieren geht seitdem deutlich einfacher von der Hand“, weiß der Malermeister. Doch selbst mit der richtigen Tapete bleibt ein entscheidender Faktor: der Untergrund.

Untergrund kann beim Tapezieren Probleme machen

Gerade in älteren Gebäuden ab den 1950er bis in die 1970er Jahre bestehen die Wände aus älteren Putzarten. Diese brauchen in der Regel eine Vorbehandlung. Sonst gelingt keine vollflächige Verklebung. Auch Neubauten sind nicht automatisch problemlos. „Auch in Neubauten kann es Schwierigkeiten geben, wenn beispielsweise der Untergrund aus Gipsputz besteht. Dann bilden sich an der Oberfläche feine Kalkablagerungen. Wenn diese nicht vorher abgeschliffen werden, kann Flüssigkeit nur schwer bis gar nicht in die Wand eindringen und somit auch die Tapete nicht halten“, erklärt Tapezierprofi Steiner.

Feuchtigkeit löst Tapeten langfristig ab

Ist die Tapete eigentlich korrekt angebracht, hält sie in der Regel Jahrzehnte. Löst sie sich plötzlich doch, haben sich oft die Bedingungen im Raum verändert. „Feuchtigkeit ist grundsätzlich immer ein Problem, die wirkt über einen längeren Zeitraum wie ein natürlicher Tapetenablöser“, betont Boris Steiner. Manchmal reicht sogar ein neuer Anstrich, um die Klebewirkung zu schwächen. Vor allem, wenn die Tapete schon mehrfach überstrichen wurde. Besonders bei Raufasertapeten rät Steiner irgendwann zu einem Neuanfang. „Wenn so eine Tapete bereits den vierten oder fünften Anstrich hinter sich hat, sieht es zum einen nicht schön aus, zum anderen wirkt die Farbe irgendwann wie eine Pappschicht. Das sorgt für Spannungen, was zum Lösen der Tapete führen kann“, ergänzt der Malermeister.

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