Tagesgeld-Vergleich im Juni 2026: Zwei Banken locken mit 4,0 Prozent Zinsen
Der Tagesgeld-Vergleich für Juni 2026 zeigt: Sparer können aktuell wieder von attraktiven Zinsen profitieren. Gleich zwei Banken bieten Neukunden einen Zinssatz von 4,0 Prozent pro Jahr. Damit nähern sich die Konditionen dem Niveau an, das vor den Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) üblich war. Die besten Angebote kommen von der Norisbank und der neu in Deutschland gestarteten Direktbank Chase.
Tagesgeldkonten sind für viele Deutsche die Basis ihrer Geldanlage. Sie bieten Flexibilität und Sicherheit, eignen sich für den Urlaubsgroschen oder die Notreserve. Nachdem die EZB die Leitzinsen gesenkt hatte, strichen viele Banken ihre Zinsen zusammen. Doch nun gibt es wieder eine Erholung. Neben Filialbanken wie Sparkasse, Postbank und Commerzbank buhlen auch Direktbanken wie ING, DKB und Comdirect um Kunden. Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital haben ebenfalls eigene Zinsprodukte im Angebot.
Bevor Sparer ein Konto eröffnen, sollten sie die Bedingungen genau prüfen. Nicht nur die Zinshöhe ist entscheidend, sondern auch die Dauer der Zinsgarantie, die Konditionen für Bestandskunden und die Einlagensicherung. Unser Tagesgeld-Vergleich hilft, die aktuellen Angebote einzuordnen.
Die fünf besten Tagesgeld-Angebote im Juni 2026
Das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines Tagesgeldkontos ist der Zinssatz. Die folgenden fünf Banken bieten Neukunden die höchsten Aktionszinsen. Auch der Anschlusszins nach Ablauf der Aktion ist in der Übersicht berücksichtigt.
Norisbank: 4,0 Prozent Zinsen für sechs Monate
Die Tochter der Deutschen Bank bietet mit Chase den höchsten Zinssatz, jedoch mit einer längeren Zinsgarantie. Kunden müssen ein Girokonto eröffnen und per Kontowechsel-Service drei Zahlungsverbindungen umstellen. Dafür gibt es eine Prämie von 120 Euro. Zinssatz Neukunden: 4,0 % p.a. für sechs Monate. Basiszinssatz: 0,75 % p.a. Maximalbetrag: 250.000 Euro. Zinsauszahlung: quartalsweise. Einlagensicherung: 100.000 Euro pro Kunde (Deutschland).
Chase: 4,0 Prozent Zinsen zum Deutschland-Start
Die Direktbank von J.P. Morgan bietet zum Start in Deutschland ein reines Tagesgeldkonto mit hohen Zinsen. Zinssatz Neukunden: 4,0 % p.a. für vier Monate. Basiszinssatz: 2,0 % p.a. Maximalbetrag: 1.000.000 Euro. Zinsauszahlung: monatlich. Einlagensicherung: 100.000 Euro pro Kunde und Bank (Deutschland).
Consorsbank: 3,4 Prozent Zinsen für fünf Monate
Die Consorsbank hat die Zinsgarantie auf fünf Monate verlängert. Das Tagesgeldkonto ist an das kostenlose Wertpapierdepot gekoppelt. Zinssatz Neukunden: 3,4 % p.a. für fünf Monate. Basiszinssatz: 0,8 % p.a. Maximalbetrag: 1.000.000 Euro. Zinsauszahlung: vierteljährlich. Einlagensicherung: 100.000 Euro pro Kunde (Frankreich).
Ikano Bank: 3,36 Prozent Zinsen für drei Monate
Die Hausbank von Ikea bietet ebenfalls ein attraktives Tagesgeld an. Zinssatz Neukunden: 3,36 % p.a. für drei Monate. Basiszinssatz: 1,51 % p.a. Maximalbetrag: 100.000 Euro. Zinsauszahlung: jährlich. Einlagensicherung: 100.000 Euro pro Kunde (Schweden).
Distingo Bank: 3,3 Prozent Zinsen für drei Monate
Das französische Kreditinstitut verwahrt Einlagen bei der Bank von Stellantis. Zinssatz Neukunden: 3,3 % p.a. für drei Monate. Basiszinssatz: 1,91 % p.a. Maximalbetrag: 150.000 Euro. Zinsauszahlung: monatlich. Einlagensicherung: 100.000 Euro pro Kunde (Frankreich).
Weitere interessante Tagesgeld-Angebote
Neben den Spitzenreitern gibt es weitere Konten, die sich lohnen können, auch wenn die Zinsen etwas niedriger sind. Bekannte Marken wie ING, DKB oder die Sparkasse bieten ebenfalls Sparmöglichkeiten.
- ING: 3,2 % p.a. für vier Monate, Basis 0,75 %, max. 250.000 Euro
- Postbank: 3,2 % p.a. für sechs Monate, Basis 0,75 %, Girokonto erforderlich
- VW Bank: 2,9 % p.a. für sechs Monate, Basis 1,0 %, max. 250.000 Euro
- 1822direkt: 2,8 % p.a. für sechs Monate, Basis 0,6 %, max. 250.000 Euro
- Scalable Capital: 2,5 % p.a. für alle Kunden, kein Maximalbetrag
- UnitPlus: 2,33 % p.a. über Geldmarktfonds, kein Maximalbetrag
- Trade Republic: 2,0 % p.a. für alle Kunden, kein Maximalbetrag
- Commerzbank: 1,7 % p.a. für neues Geld, Basis 0,75 %, max. 1.000.000 Euro
- Comdirect: 1,5 % p.a. für alle Kunden, keine Besonderheiten
- DKB: 1,0 % p.a. für alle Kunden
Etoro: 3,55 Prozent Zinsen – aber mit Haken
Der Online-Broker Etoro wirbt mit 3,55 Prozent p.a. auf Guthaben, jedoch in US-Dollar. Einzahlungen in Euro werden mit 1,5 Prozent Gebühr umgetauscht, es fallen Wechselkursrisiken an und eine Auszahlungsgebühr von fünf US-Dollar. Die Einlagensicherung beträgt nur 20.000 Euro über den ICF. Daher ist dieses Angebot nur für risikobereite Anleger geeignet, nicht zum Parken von Notgroschen.
Tagesgeld oder Festgeld?
Beim Festgeld wird Geld für eine feste Laufzeit angelegt, der Zinssatz bleibt konstant. Beim Tagesgeld gibt es keine Laufzeit, der Zinssatz ist variabel und das Geld täglich verfügbar. Festgeld eignet sich für langfristige Sparziele, Tagesgeld für kurzfristige Anlagen und die Notreserve.
Vor- und Nachteile von Tagesgeld
Vorteile: Flexibilität, tägliche Verfügbarkeit, Sicherheit durch Einlagensicherung, bessere Verzinsung als Sparbuch. Nachteile: Zinsschwankungen, Neukunden-Konditionen oft nur kurz, Steuerpflicht, geringere Rendite als Aktien.
Tagesgeldkonto eröffnen: Schritt-für-Schritt
- Vergleich: Zinsen, Gebühren, Einlagensicherung prüfen.
- Entscheidung: Konditionen genau lesen, Lockangebote beachten.
- Antrag stellen: Online oder in der Filiale.
- Legitimation: per VideoIdent oder PostIdent.
- Konto eröffnet: Zugangsdaten erhalten.
Sicherheit: Einlagensicherung und Bonität
Die gesetzliche Einlagensicherung schützt bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank in der EU. Die Bonität einer Bank wird von Ratingagenturen wie S&P, Moody's und Fitch bewertet. Deutsche Einlagensicherung gilt als besonders sicher.
Steuern auf Tagesgeld-Zinsen
Zinsen unterliegen der Kapitalertragsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1.000 Euro (Single) bzw. 2.000 Euro (Ehepaar). Ein Freistellungsauftrag kann die Steuerlast senken. Bei ausländischen Banken ist die steuerliche Behandlung unterschiedlich: Manche führen die Steuer ab, andere zahlen brutto aus oder behalten Quellensteuer ein. Doppelbesteuerungsabkommen können helfen, eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.



