Die Auswahl an Molkereiprodukten ist riesig und die Hersteller überbieten sich gegenseitig mit Werbeversprechen. Was für viele Verbraucher einfach nur Joghurt ist, wird von Kennern genau unterschieden. Die Unterschiede liegen vor allem in der Verarbeitung der Milch. Gemeinsam ist allen, dass es sich um Milchprodukte handelt. Milch ist ein Naturprodukt mit vielen lebenswichtigen Nährstoffen wie Zucker, Eiweiß, Fett, Vitaminen und Mineralstoffen. Besonders Kalzium, Kalium und Magnesium sind wichtig für die Herzgesundheit. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt daher den täglichen Verzehr von Milchprodukten. In diesem Artikel erfahren Sie, worin die Unterschiede zwischen Joghurt, Skyr, Kefir und Ayran bestehen und welches Produkt am gesündesten für Darm und Herz ist.
Die Herstellung macht den Unterschied
Joghurt: Zur Herstellung von Joghurt werden der Milch Milchsäurebakterien zugesetzt. Die Fermentation wandelt den Milchzucker in Milchsäure um, was dem Joghurt seine feste Konsistenz und das säuerliche Aroma verleiht.
Skyr (Aussprache: S-K-i-R) wird ähnlich wie Joghurt aus entrahmter Milch hergestellt. Durch Erhitzen werden Mikroorganismen abgetötet, anschließend werden Bakterienkulturen zugegeben, die den Milchzucker in Milchsäure umwandeln. Im Gegensatz zu Joghurt werden bei Skyr Molke und Milchzucker entfernt, wodurch er wenig Fett und Zucker enthält. In Deutschland wird Skyr als Frischkäse der Magerstufe eingestuft.
Kefir wird aus Milch und sogenannten Kefirknöllchen, einer speziellen Kefirkultur, gewonnen. Die Milch oder Sahne wird fermentiert, wodurch probiotische Bakterien entstehen. Diese Fermentation erleichtert die Verdauung und Aufnahme im Körper. Kefir ist daher auch für Menschen mit Laktoseintoleranz gut verträglich.
Ayran wird einfach aus Joghurt, Wasser und Salz hergestellt. Dazu werden Joghurt und Wasser schaumig geschlagen und mit etwas Salz abgeschmeckt.
Wie gesund sind Skyr, Kefir und Joghurt?
Alle vier Produkte wirken sich positiv auf den Körper aus. Laut der DGE können fermentierte Milchprodukte eine gesunde Darmflora fördern. Skyr, Kefir und Joghurt sind reich an Kalzium und Eiweiß, was Knochen, Zähne, Muskeln und Nerven unterstützt. Kefir enthält zudem viel Magnesium, Phosphor und Vitamine. Fermentierte Lebensmittel enthalten wichtige Bakterien, die die körpereigenen Bakterien unterstützen und für eine gesunde Darmflora sorgen. Weitere fermentierte Lebensmittel sind rohes Sauerkraut, Kimchi und Kombucha.
Die Bedeutung von Proteinen in Milchprodukten
Ernährungsmedizinerin Dr. Fleck erklärt: „Eiweiße sind notwendige Makronährstoffe, die als Bausteine der Körperzellen dienen. Eine ausreichende Eiweißversorgung ist wichtig für Vitalität und Gesundheit. Kinder, ältere Menschen und aktive Personen haben einen höheren Eiweißbedarf.“ Allerdings verträgt nicht jeder Mensch Milcheiweiß. 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung sind von einer Unverträglichkeit betroffen, die nicht mit Laktoseintoleranz verwechselt werden sollte. Symptome sind starke Müdigkeit oder Kopfschmerzen nach dem Verzehr von Milchprodukten. Zu viel Eiweiß kann laut Dr. Fleck zu Übersäuerung führen und Übergewicht sowie Darmprobleme begünstigen. „Es braucht wie immer ein gesundes Maß.“



