Potsdam verbietet Smartglasses in Schwimmbädern gegen heimliche Aufnahmen
Potsdam verbietet Smartglasses in Bädern

Potsdam geht gegen heimliche Aufnahmen vor

Die Stadt Potsdam plant ein Verbot von sogenannten Smartglasses in ihren Schwimmbädern und Saunen. Diese Maßnahme soll Badegäste, insbesondere Frauen, vor unerwünschten Foto- und Filmaufnahmen schützen. Die Stadtverordneten haben einem entsprechenden Antrag der Fraktion Grüne/Volt zugestimmt. Das Verbot soll in die Haus- und Badeordnung der Bäderlandschaft Potsdam aufgenommen werden, muss aber noch offiziell umgesetzt werden.

Smartglasses: Eine unsichtbare Gefahr

Smartglasses, wie sie etwa von Meta in Kooperation mit Ray-Ban oder Oakley hergestellt werden, sind oft kaum von herkömmlichen Brillen zu unterscheiden. Sie ermöglichen das unauffällige Anfertigen von Bild- und Videoaufnahmen, ohne dass die betroffenen Personen dies bemerken. „Diese Geräte ermöglichen das unauffällige Anfertigen von Bild- und Videoaufnahmen, ohne dass betroffene Personen dies unmittelbar erkennen können“, heißt es in dem Antrag. Zunehmend werden solche Aufnahmen in sozialen Medien verbreitet, oft ohne das Wissen der Gefilmten.

Schutz der Privatsphäre in Badebekleidung

Badegäste haben ein berechtigtes Interesse daran, sich in Badebekleidung unbeobachtet zu fühlen. Das Personal in den Bädern soll geschult werden, um Smartglasses zu erkennen. Der Beigeordnete für Jugend, Bildung, Kultur und Sport, Torsten Wiegel, erklärte, dass es bereits ein Verbot von Bildaufnahmen durch Mediengeräte gebe und Smartglasses nun in diese Liste aufgenommen würden.

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Das Phänomen „Rizz“ und seine Folgen

Immer wieder kommt es zu Vorfällen, bei denen Frauen heimlich gefilmt werden, etwa beim Sonnenbaden an der Alster in Hamburg. Die Clips werden oft unter dem Schlagwort „rizz“ ins Netz gestellt. Der Begriff stammt von einem umstrittenen US-Streamer und leitet sich von „Charisma“ ab. Im Jugendslang wird er für Anbaggern oder vermeintliche Flirtfähigkeiten genutzt. Auf Instagram gibt es über 940.000 Videos mit diesem Hashtag. Nicht alle zeigen problematische Situationen, aber viele folgen ähnlichen Plots: Männer sprechen Frauen mit plumpen Flirtversuchen an – in Bars, am Strand, im Schwimmbad oder im Park. Die Videos landen später auf den Kanälen der Männer. Das Phänomen hat sogar den Begriff „Rizzfluencer“ hervorgebracht.

Das Verbot in Potsdam ist ein Schritt, um die Privatsphäre der Badegäste zu schützen und die missbräuchliche Nutzung von Smartglasses einzudämmen. Weitere Städte könnten diesem Beispiel folgen.

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