Pleitewelle rollt auf Billig-Airlines zu: Experte warnt vor Kerosinpreis-Krise
Pleitewelle rollt auf Billig-Airlines zu

Die explodierenden Kerosinpreise im Zuge des Iran-Krieges setzen Billigfluggesellschaften weltweit massiv unter Druck. Nach Einschätzung des Weltluftfahrtverbands IATA droht eine Pleitewelle, die zahlreiche Airlines in den Abgrund reißen könnte. IATA-Chef Willie Walsh (64) äußerte sich auf der Jahrestagung in Rio de Janeiro besorgt: „Ich fürchte leider, dass einige Fluggesellschaften mit diesen hohen Treibstoffpreisen nur sehr schwer zurechtkommen werden.“

Ursachen der Krise

Seit Beginn des Iran-Krieges sind die Treibstoffkosten drastisch gestiegen. Gleichzeitig wurden wichtige Flugrouten unterbrochen, sodass Airlines teure Umwege fliegen müssen. Besonders hart trifft es Billig-Airlines, denen lukrative Einnahmequellen wie Business-Class-Angebote oder Vielfliegerprogramme fehlen. Die Flugpreise sind stark gestiegen und werden voraussichtlich nicht bald sinken.

Auswirkungen auf den Markt

Walsh rechnet damit, dass schwächere Anbieter vom Markt verschwinden oder von größeren Konkurrenten geschluckt werden. Zudem dürften viele Fluggesellschaften unrentable Strecken streichen, um ihre Gewinne zu sichern. Trotz der Krise hält Walsh das Geschäftsmodell der Billigflieger für nicht gescheitert. Während in den USA die großen Airlines United, Delta und American ihre kleineren Rivalen zunehmend unter Druck setzen, wachse das Segment in Europa weiter. Als Beispiel nannte Walsh den Erfolg von Ryanair.

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Luftfahrt-Drehkreuze unter Druck

Der Konflikt beeinträchtigt die Verkehrsströme über Dubai, Doha und Abu Dhabi erheblich. Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad kämpfen mit den Folgen. Einen dauerhaften Schaden für die Region als globales Luftfahrtzentrum erwartet Walsh jedoch nicht. Die amerikanische Billig-Fluglinie Spirit ist wegen der stark gestiegenen Kerosinpreise bereits insolvent und hat den Flugbetrieb eingestellt.

Probleme bei Herstellern

Zusätzlichen Ärger gibt es bei Flugzeug- und Triebwerksherstellern. Walsh kritisierte die schleppenden Auslieferungen von Boeing und Airbus sowie Verzögerungen bei GE Aerospace und Pratt & Whitney. Lieferkettenprobleme hätten die Airlines allein 2025 rund elf Milliarden Dollar gekostet. „Wir sind enttäuscht, dass sie die Lasten der Luftfahrtbranche nicht mittragen“, sagte Walsh.

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