Pflegereform beschlossen: Das sind die Änderungen
Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur umfassenden Pflegereform vorgelegt, der Millionen Versicherte betrifft. Besonders Kinderlose, Gutverdiener und Bewohner von Pflegeheimen müssen mit höheren Kosten rechnen. Gleichzeitig soll die Pflege zu Hause stärker unterstützt werden. Die Reform zielt darauf ab, die finanzielle Stabilität der Pflegeversicherung zu sichern und die wachsende Zahl Pflegebedürftiger besser zu versorgen.
Höhere Beiträge für Kinderlose
Kinderlose Versicherte zahlen künftig einen höheren Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung. Bislang lag dieser bei 0,35 Prozent des Bruttoeinkommens, nun steigt er auf 0,6 Prozent. Dies betrifft alle Mitglieder ohne Kinder, unabhängig vom Alter. Die Regierung begründet dies mit der fehlenden familiären Unterstützung im Pflegefall.
Gutverdiener zahlen mehr
Die Beitragsbemessungsgrenze in der Pflegeversicherung wird angehoben. Dadurch müssen Gutverdiener auf einen größeren Teil ihres Einkommens Beiträge zahlen. Konkret steigt die Grenze von 5.512,50 Euro monatlich auf 6.000 Euro. Dies führt zu höheren Abzügen für Spitzenverdiener.
Pflegeheimbewohner stärker belastet
Bewohner von Pflegeheimen müssen sich auf steigende Eigenanteile einstellen. Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) wird um durchschnittlich 5 Prozent erhöht. Zudem steigen die Zuschläge für Unterkunft und Verpflegung. Die Regierung verspricht jedoch, dass niemand aufgrund der Reform sein Zuhause verlieren soll, da Sozialhilfe greift.
Mehr Unterstützung für häusliche Pflege
Um die Pflege zu Hause zu stärken, werden die Leistungen für Pflegegeld und Sachleistungen erhöht. Pflegebedürftige erhalten ab Pflegegrad 2 monatlich 50 Euro mehr. Auch die Unterstützung für pflegende Angehörige wird ausgebaut: Das Pflegeunterstützungsgeld wird auf bis zu 20 Tage verlängert, und die Möglichkeit zur Auszeit wird flexibler gestaltet.
Weitere Maßnahmen
- Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt um 0,2 Prozentpunkte für alle Versicherten.
- Die Digitalisierung der Pflege wird vorangetrieben, um bürokratische Hürden abzubauen.
- Es werden mehr Pflegekräfte aus dem Ausland angeworben, um den Fachkräftemangel zu lindern.
Die Reform tritt voraussichtlich zum 1. Januar 2027 in Kraft. Die Bundesregierung erwartet dadurch Mehreinnahmen von rund 5 Milliarden Euro jährlich, die zur Stabilisierung der Pflegeversicherung beitragen sollen. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Belastung vor allem auf die Versicherten abgewälzt werde.



