Der Kölner Dom, eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands, wird ab dem 1. Juli 2026 eine Eintrittsgebühr von zwölf Euro für Besichtigungen erheben. Diese umstrittene Entscheidung gab das Domkapitel bekannt und löste damit eine intensive Diskussion in der Öffentlichkeit aus.
Gründe für die Einführung der Gebühr
Die Verantwortlichen des Doms begründen den Schritt mit den stark gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des monumentalen Bauwerks. Seit 2019 habe man sechs Jahre in Folge Verluste verzeichnet, so das Domkapitel. Domrendant Clemens van de Ven erklärte: „Wir sind in die Situation gekommen, dass die Reserven des Kölner Doms auf absehbare Zeit aufgebraucht sind.“ Über Jahre hinweg konnten die Defizite noch durch Rücklagen ausgeglichen werden, doch nun sei eine neue Finanzierungsquelle nötig.
Befreiungen und Ermäßigungen
Nicht alle Besucher müssen jedoch zur Kasse gebeten werden. Gottesdienstbesucher sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins haben weiterhin freien Eintritt. Auch Kinder bis einschließlich 13 Jahren, Menschen mit Schwerbehinderung und deren Begleitpersonen sind von der Gebühr befreit. Für Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende und Studierende gibt es einen ermäßigten Tarif von sechs Euro.
Der Zugang zu Opferlichtern und zum stillen Gebet in bestimmten Bereichen bleibt ebenfalls kostenlos. Zudem wird der Dom an mehreren Tagen im Jahr für alle Besucher geöffnet sein: vom 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag, am 1. Mai (Tag der Arbeit), am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sowie während der Dreikönigswallfahrt.
Praktische Umsetzung
Wer den Dom betreten möchte, muss künftig über den westlichen Haupteingang ein Ticket lösen. Der Nordeingang beim Hauptbahnhof bleibt für einen kleinen Bereich zugänglich, der zum Beten genutzt werden kann – ohne dass kontrolliert wird, ob die Besucher tatsächlich beten. Dompropst Guido Assmann zufolge machen Touristen etwa 99 Prozent der Dom-Besucher aus.
Kontroverse Reaktionen
Die Ankündigung hat in Köln eine heftige Debatte ausgelöst. Befürworter der Gebühr verweisen auf andere berühmte Kathedralen wie den Mailänder Dom oder die St.-Pauls-Kathedrale in London, die ebenfalls Eintritt verlangen. Gegner hingegen befürchten, dass der Dom seine Funktion als für alle zugängliches Herz der Stadt verlieren könnte, wenn der Besuch nicht mehr kostenfrei ist. Bislang war der große Innenraum des Doms stets kostenlos zugänglich, lediglich für die Schatzkammer und den Aufstieg zur Aussichtsplattform wurde bereits Eintritt erhoben.
Die Diskussion zeigt die Spannung zwischen der Notwendigkeit, ein Weltkulturerbe zu erhalten, und dem Anspruch, es allen Menschen offen zu halten. Die Entscheidung des Domkapitels wird die Zukunft des Kölner Doms als Ort der Spiritualität und Touristenattraktion nachhaltig prägen.



