ADAC-Auswertung: Spritpreisregel verursacht Rekordschwankungen
Die seit Anfang April geltende Beschränkung, dass Tankstellen ihre Benzinpreise nur noch einmal am Tag erhöhen dürfen, hat laut einer ADAC-Auswertung zu nie dagewesenen Preisschwankungen im Tagesverlauf geführt. Die sogenannte 12-Uhr-Regel, die Autofahrern mehr Berechnbarkeit bieten sollte, bewirkt offenbar das Gegenteil.
Preisschwankungen auf Rekordniveau
Der ADAC hat die Preise von rund 14.000 Tankstellen ausgewertet. Dabei stellte der Automobilclub fest, dass die Preisdifferenzen innerhalb eines Tages so hoch sind wie nie zuvor. Im Mai 2025 betrug die größte beobachtete Differenz bei Super E10 12,5 Cent pro Liter, bei Diesel sogar 16,7 Cent (im Mai 2022). Diese Schwankungen sind nicht allein durch Ölpreisänderungen zu erklären, so der ADAC.
Günstigste Tankzeit kurz vor Mittag
Der günstigste Zeitpunkt zum Tanken ist nun kurz vor 12 Uhr mittags. Dann sind die Preise am niedrigsten, bevor um 12 Uhr die übliche kräftige Erhöhung erfolgt. Wer diesen Zeitpunkt erwischt, kann laut ADAC bei 50 Litern Super E10 im Schnitt 7,30 Euro sparen, bei Diesel sogar 9,20 Euro. Preissenkungen sind jederzeit möglich, Erhöhungen nur einmal täglich um die Mittagszeit.
Kritik an der Regelung
Die Bundesregierung hatte die 12-Uhr-Regel nach österreichischem Vorbild eingeführt, nachdem die Benzinpreise im März aufgrund des Irankriegs stark gestiegen waren. Ziel war es, die Preise stabiler zu machen. Der ADAC sieht jedoch, dass die Mineralölkonzerne mit Risikoaufschlägen reagiert haben, was zu den hohen Schwankungen führt. Unterm Strich sei das Spritpreisniveau gestiegen.
Tankrabatt läuft aus
Zusätzlich zur 12-Uhr-Regel hatte die Bundesregierung zum 1. Mai einen Tankrabatt von durchschnittlich knapp 17 Cent pro Liter eingeführt, um den Anstieg der Spritpreise zu dämpfen. Dieser Rabatt soll nun wie geplant nach zwei Monaten Ende Juni auslaufen. Ob die 12-Uhr-Regel bestehen bleibt, ist noch unklar.



