Das Abfallaufkommen in Deutschland ist im Jahr 2024 auf den niedrigsten Stand seit 2009 gesunken. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, wurden insgesamt 362,7 Millionen Tonnen Abfälle produziert – ein Rückgang um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Während dies zunächst positive Nachrichten für die Umwelt sind, deutet die Entwicklung auch auf eine anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft hin.
Bau- und Abbruchabfälle stark rückläufig
Besonders deutlich sank die Menge an Bau- und Abbruchabfällen, die mit einem Minus von 8,1 Prozent auf 182,8 Millionen Tonnen fielen. Diese Abfallart macht etwa die Hälfte des gesamten Abfallaufkommens aus. Auch die übrigen Abfälle, vor allem aus Produktion und Gewerbe, nahmen um 4,1 Prozent auf 45,1 Millionen Tonnen ab. Sekundärabfälle aus Abfallbehandlungsanlagen verringerten sich um zwei Prozent auf 56,1 Millionen Tonnen.
Abfälle aus Rohstoffgewinnung und Haushalte steigen
Im Gegensatz dazu stieg das Aufkommen an Abfällen aus der Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen um 4,5 Prozent auf 29,5 Millionen Tonnen. Die Siedlungsabfälle, die hauptsächlich aus privaten Haushalten stammen, legten leicht um 0,8 Prozent auf 49,3 Millionen Tonnen zu. Pro Kopf fallen damit mehr als 450 Kilogramm Haushaltsabfall an, zuzüglich Sperrmüll. Der Anteil der Siedlungsabfälle am Gesamtaufkommen liegt bei etwa 14 Prozent.
Verwertungsquote bleibt stabil
Insgesamt wurden 296,2 Millionen Tonnen Abfälle verwertet, was einer Verwertungsquote von 82 Prozent entspricht. Diese Quote ist seit 2019 unverändert. Die verbleibenden Abfälle wurden entweder auf Deponien abgelagert (16,3 Prozent) oder thermisch beseitigt, also verbrannt oder pyrolysiert (1,2 Prozent durch sonstige Behandlung). Die Statistik zeigt, dass der Rückgang des Abfallaufkommens vor allem auf die schwache Baukonjunktur zurückzuführen ist, während private Haushalte weiterhin mehr Müll produzieren.



