Berlin setzt 400.000 Jung-Aale in Havel aus – Hintergründe zum Aalsterben und Schmuggel
Am Mittwoch wurden in Berlin hunderttausende Jung-Aale in die Havel eingesetzt. Die Tiere haben eine lange Reise hinter sich, denn sie stammen aus Zuchten in Europa. Die Aktion ist notwendig geworden, weil die natürliche Population der Aale stark gefährdet ist. Hauptgründe dafür sind der Klimawandel, die Industrie und der internationale Schmuggel, der oft als Aal-Mafia bezeichnet wird.
Warum der Aal nicht gezüchtet werden kann
Der Aal ist ein besonderes Tier: Er widersteht dem menschlichen Versuch, ihn zu züchten. Denn der Aal vermehrt sich nicht in Gefangenschaft. Man kann ihn nicht kontrolliert nachziehen, was den Druck auf die Wildbestände erhöht. Die Jung-Aale, sogenannte Glasaale, werden in freier Wildbahn gefangen und dann in Gewässer wie die Havel ausgesetzt, um den Bestand zu stützen.
Die Rolle der Aal-Mafia
Der Handel mit Glasaalen ist extrem lukrativ. „Gewinnmargen ähnlich wie beim Drogenhandel“, heißt es von Experten. Die Aal-Mafia schmuggelt Glasaale illegal nach Asien, wo sie zu hohen Preisen verkauft werden. Dieser Schmuggel bedroht die Bestände zusätzlich. Berlin versucht mit der Aussetzung von 400.000 Jung-Aalen gegenzusteuern.
Klimawandel und Industrie als Bedrohung
Neben dem Schmuggel sind auch der Klimawandel und die Industrie große Gefahren für den Aal. Die Erwärmung der Meere beeinflusst die Wanderung der Tiere. Wasserkraftwerke und Wehre blockieren die Routen der Aale zu ihren Laichgebieten in der Sargassosee. Die Aussetzung in der Havel soll helfen, die Population in Berlin und Brandenburg zu stabilisieren.
Die Aktion zeigt, wie komplex der Schutz dieser Tierart ist. Ohne Maßnahmen gegen die Aal-Mafia und für bessere Lebensbedingungen in den Gewässern wird der Aal weiter bedroht bleiben.



