US-Aktien geben nach KI-Euphorie nach – SpaceX-Deal sticht hervor
US-Aktien geben nach – SpaceX-Deal sticht heraus

Nach monatelanger Euphorie über künstliche Intelligenz (KI) haben die US-Börsen einen Rückschlag erlitten. Am vergangenen Freitag gaben zahlreiche Technologiewerte deutlich nach. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel um 0,8 Prozent auf 51.167 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 1,7 Prozent auf 7457 Zähler. Besonders stark traf es die Technologiebörse Nasdaq, die um 2,9 Prozent auf 26.055 Punkte absackte.

Technologiewerte unter Druck

Einzelne Aktien erlitten deutliche Verluste. Die Anteile von IBM brachen um mehr als 6,5 Prozent ein, während Nvidia um 5,2 Prozent nachgab. Der Philadelphia-Chip-Index verlor fünf Prozent, obwohl er seit Jahresbeginn insgesamt 92 Prozent zugelegt hatte. Kursgewinne bei Halbleiteraktien hatten zuvor die Rekordrally an den US-Märkten maßgeblich angetrieben. Seit Jahresbeginn hat der Nasdaq-Index rund 16 Prozent zugelegt.

Zinserwartungen belasten

Marktbeobachter führen die Verluste auf veränderte Zinserwartungen zurück. „Die Marktteilnehmer preisen eine 100-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im Laufe dieses Jahres ein. Das treibt die Zinsmärkte nach oben und gibt einigen Anlegern Anlass, Gewinne mitzunehmen“, erklärte Charlie Ripley, Stratege bei Allianz Investment Management. Die US-Notenbank Fed hatte den Leitzins zuletzt in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent konstant gehalten.

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Am US-Arbeitsmarkt entstanden im Mai überraschend viele neue Stellen. Trotz der Unsicherheit durch den Irankrieg wurden 172.000 Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geschaffen – doppelt so viele wie erwartet. An den Terminmärkten stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Dezember nach der Datenveröffentlichung von 48 auf 63 Prozent. Für den Juni-Entscheid gehen die Börsianer jedoch weiterhin von einer anhaltenden Zinspause aus.

Renditen steigen, Dollar legt zu

An den Anleihemärkten kletterten die Renditen der zehnjährigen US-Treasuries auf 4,58 Prozent. Der US-Dollar erhielt Auftrieb, während der Euro im Gegenzug sank. Die steigenden Zinsen und Inflationsängste drückten auf die Preise für Gold und Industriemetalle. Auch die Ölpreise gaben um mehr als zwei Prozent nach, obwohl eine Einigung im Irankrieg weiterhin ausblieb.

Überraschender Deal: Google und SpaceX

Trotz der allgemeinen Abkühlung bleibt der KI-Hype nicht gänzlich aus. Der Internetkonzern Google hat einen milliardenschweren Vertrag mit dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX abgeschlossen. Wie aus Unterlagen für den Börsengang von SpaceX hervorgeht, will Google für den Zugriff auf einen riesigen Chip-Cluster monatlich 920 Millionen Dollar (knapp 800 Millionen Euro) zahlen. SpaceX, das von Techmilliardär Elon Musk geführt wird, plant seinen Börsengang am 12. Juni an der Technologiebörse Nasdaq. Dabei sollen rund 75 Milliarden Dollar eingesammelt werden – der bisher größte Börsengang der Geschichte.

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