Saarbrücken – Ein Bündnis saarländischer Unternehmer hat einen eindringlichen Appell an die Landespolitik gerichtet: „Wirtschaft First“ müsse die Devise sein, um den Standort Saarland zukunftsfähig zu machen. In einem offenen Brief fordern die Firmenchefs konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Betriebe.
Bürokratieabbau und Steuersenkungen gefordert
Die Unternehmer kritisieren die zunehmende Regulierungsdichte und fordern einen radikalen Bürokratieabbau. „Jede neue Verordnung kostet Zeit und Geld, das für Innovationen fehlt“, heißt es in dem Schreiben. Konkret verlangen sie eine Vereinfachung von Genehmigungsverfahren und eine Absenkung der Unternehmenssteuern auf ein wettbewerbsfähiges Niveau.
Investitionsanreize statt Subventionen
Statt auf staatliche Subventionen zu setzen, sollten Anreize für private Investitionen geschaffen werden. Die Unternehmer schlagen steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten und eine beschleunigte Abschreibung für digitale und grüne Technologien vor. „Nur so können wir den Anschluss an andere Regionen halten“, betont ein Sprecher des Bündnisses.
Der Appell richtet sich an die saarländische Landesregierung und die im Landtag vertretenen Parteien. Die Unternehmer warnen vor einem Abwandern von Betrieben in andere Bundesländer oder ins Ausland, falls keine schnellen Reformen erfolgen. „Wir brauchen ein klares Signal, dass die Politik die Sorgen der Wirtschaft ernst nimmt“, so der Unternehmerverband.
Hintergrund der Forderungen ist die schwächelnde Konjunktur im Saarland. Die Industrie leidet unter hohen Energiepreisen und Fachkräftemangel. Die Unternehmer sehen dringenden Handlungsbedarf, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Sie fordern daher nicht nur steuerliche Entlastungen, sondern auch eine bessere digitale Infrastruktur und schnellere Planungsverfahren für Gewerbegebiete.
Die Landesregierung hat die Forderungen zur Kenntnis genommen und Prüfung zugesagt. Wirtschaftsminister Jürgen Barke (SPD) betonte, man sei offen für konstruktive Vorschläge, müsse aber auch die Haushaltslage im Blick behalten. Die Unternehmer zeigen sich skeptisch und drohen mit weiteren Protestaktionen, falls die Politik nicht bald liefert.



