Otto Group: Gewinnsprung trotz Umsatzminus durch Verkauf von About You
Otto Group: Gewinnsprung trotz Umsatzminus

Die Otto Group hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Gewinn trotz eines deutlichen Umsatzrückgangs fast verdoppelt. Der verkleinerte Hamburger Handelskonzern verzeichnete einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 641 Millionen Euro, nach 276 Millionen Euro im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg von rund 132 Prozent. Nach Steuern blieb ein Überschuss von 312 Millionen Euro.

Umsatzentwicklung und Hintergründe

Der Umsatz des Konzerns sank jedoch um etwa 7,4 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro. Hauptgrund dafür war der Verkauf der Tochtergesellschaft About You an den Wettbewerber Zalando, der im Juli 2025 abgeschlossen wurde. About You war zuvor einer der wichtigsten Umsatzbringer der Otto Group. Mit dem Schritt reduziert der Konzern seine Abhängigkeit vom reinen Modehandel und fokussiert sich stärker auf das Plattformgeschäft.

Schwäche bei Bonprix

Zudem entwickelte sich die hauseigene Bekleidungsmarke Bonprix schwach. Sie leidet unter der anhaltend gedämpften Verbraucherstimmung und dem wachsenden Wettbewerb im Online-Modehandel. Die Konzernchefin Petra Scharner-Wolff sprach dennoch von einem erfolgreichen Geschäftsjahr angesichts des schwierigen Marktumfelds.

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Gewinntreiber: Plattform und Finanzdienstleister

Den Gewinnsprung führte Scharner-Wolff auf mehrere Faktoren zurück. Das Plattformgeschäft von otto.de wuchs und generierte höhere Erlöse durch Provisionen und Werbung von Händlern. Ähnlich wie Amazon verdient Otto an den Verkäufen und an den Dienstleistungen für Drittanbieter.

Ein weiterer wesentlicher Treiber war der Finanzdienstleister Eos, der international Forderungsmanagement betreibt. Eos wurde in der Vergangenheit von Verbraucherschützern wegen seiner Geschäftspraktiken kritisiert, trug aber maßgeblich zum Gewinn bei. Zudem realisierte der Konzern Kosteneinsparungen, die die Profitabilität verbesserten.

Ausblick und Strategie

Das Geschäftsjahr der Otto Group endete am 28. Februar. Scharner-Wolff hatte die Konzernführung im März des Vorjahres übernommen und setzt nun auf Stabilität und Effizienz. Der Verkauf von About You und die Stärkung des Plattformgeschäfts sind Teil dieser Neuausrichtung. Die Otto Group bleibt mit einem Umsatz von 13,8 Milliarden Euro einer der größten Onlinehändler Deutschlands, konzentriert sich aber auf margenstärkere Bereiche.

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