Im milliardenschweren US-Rechtsstreit um den Unkrautvernichter Glyphosat steht der Pharmakonzern Bayer vor einer neuen Hürde. Ein geplanter Sammelvergleich über bis zu 7,25 Milliarden Dollar wurde bereits am Donnerstag durch ein spezielles US-Bundesrichtergremium (JPML) vorläufig von einem Gericht in Missouri an ein Bundesgericht im kalifornischen San Francisco verwiesen.
Bayer bestätigt Verlegung, kündigt Einspruch an
Der Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern bestätigte die Verlegung am Dienstag, betonte jedoch, dass es sich nicht um eine endgültige Entscheidung handele. „Wir sind von unseren Argumenten überzeugt, dass der Fall an das staatliche Gericht in Missouri zurückverwiesen werden sollte“, teilte Bayer mit. Das Unternehmen werde gegen die vorläufige Anordnung Einspruch einlegen. Es handele sich um einen Routinevorgang, der keinen Einfluss auf die endgültige Entscheidung über den zuständigen Gerichtsstand habe.
Aktie fällt auf Sechsmonatstief
Die juristische Hängepartie belastete die Bayer-Aktie am Dienstag schwer. Die Papiere fielen in der Spitze um mehr als sechs Prozent auf den niedrigsten Stand seit sechs Monaten und waren damit Schlusslicht im Dax. Bereits am Vortag hatten sie deutlich nachgegeben. Seit Jahresbeginn haben die Titel damit knapp zehn Prozent an Wert verloren.
Der Rechtsstreit um Glyphosat beschäftigt Bayer seit der Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto im Jahr 2018. Tausende Kläger werfen dem Unternehmen vor, dass der Unkrautvernichter Krebs verursachen könne. Bayer weist dies zurück und setzt auf eine Entscheidung des US-Supreme-Court. Die Unsicherheit über den Ausgang der Verfahren belastet jedoch weiterhin den Aktienkurs.



