EU genehmigt BASF-Lackverkauf an Carlyle unter Auflagen
EU billigt BASF-Lackverkauf an Carlyle mit Auflagen

EU-Kommission genehmigt BASF-Lackverkauf an Carlyle

Die Europäische Kommission hat den Verkauf des Lacke-Geschäfts des Chemiekonzerns BASF an den US-Finanzinvestor Carlyle unter Auflagen genehmigt. Carlyle muss das weltweite Polysulfid-Geschäft des Spezialchemieunternehmens Nouryon veräußern, das zum Portfolio der Investmentgesellschaft gehört. Dies geht aus einer Mitteilung der Brüsseler Behörde hervor. Mit dieser Maßnahme soll der Wettbewerb im Bereich der Dichtstoffe für die Luft- und Raumfahrt sowie der Polysulfide als entscheidendem Ausgangsstoff gesichert werden.

Hintergrund der Entscheidung

Nouryon sei einer von nur zwei globalen Anbietern dieser Polysulfide und verfüge daher über erhebliche Marktmacht, begründete die EU-Kommission ihre Entscheidung. Polysulfide sind für die Herstellung von Dichtstoffen in der Luft- und Raumfahrt unerlässlich – einem Markt, in dem auch BASF Coatings tätig ist. Aus Sicht der Wettbewerbshüter hätte das fusionierte Unternehmen wahrscheinlich die Möglichkeit und den Anreiz, den Zugang der Wettbewerber von BASF Coatings zu Polysulfiden für Dichtstoffe in der Luft- und Raumfahrt zu beschränken. Zudem könnte es wirtschaftlich sensible Informationen zum Nachteil der Wettbewerber nutzen.

Details der Transaktion

Der Chemiekonzern BASF mit Sitz in Ludwigshafen und Carlyle hatten die Transaktion im vergangenen Oktober angekündigt. Für die Sparte wurde ein Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro angesetzt. Zum Geschäftsbereich gehören Fahrzeugserien- und Autoreparaturlacke sowie Oberflächentechnik. BASF wird 40 Prozent an der Sparte behalten. Dem Konzern sollen 5,8 Milliarden Euro vor Steuern in bar zufließen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Auswirkungen auf den Markt

Die EU-Kommission betonte, dass die Auflage notwendig sei, um den Wettbewerb auf dem Markt für Dichtstoffe in der Luft- und Raumfahrt zu erhalten. Ohne den Verkauf des Polysulfid-Geschäfts hätte das fusionierte Unternehmen eine marktbeherrschende Stellung erlangt, die zu höheren Preisen und geringerer Innovation führen könnte. Die Entscheidung stellt sicher, dass weiterhin mindestens zwei unabhängige Anbieter von Polysulfiden existieren.

Mehr: Chemiefirmen planen Preiserhöhungen – Inflationsdruck wächst

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration