Commerzbank wirft Unicredit mangelnde Transparenz bei Übernahme vor
Commerzbank kritisiert Unicredit-Transparenz

Die Commerzbank wirft der italienischen Großbank Unicredit im Ringen um ihre Übernahme falsches Spiel vor. „Nach Auffassung der Commerzbank liefern die von der Unicredit kommunizierten Meldungen weiterhin nicht die erforderliche Transparenz und können nicht als Beleg für eine unabhängige Unterstützung der Aktionärinnen und Aktionäre für das Angebot gewertet werden“, teilte die Commerzbank am Mittwoch mit, nachdem der Rivale am Dienstag einen weiter steigenden Anteil an dem Frankfurter Geldhaus vermeldet und seinerseits Kritik an deren Abwehrstrategie geübt hatte.

„Die Commerzbank erwartet im Interesse der Markttransparenz, dass die Unicredit und die mit ihr in Verbindung stehenden Banken und Parteien die wesentlichen Elemente der den Absicherungs- und Derivatgeschäften zugrundeliegenden Vereinbarungen offenlegen“, hieß es weiter. Unicredit hatte am Vortag erklärt, bei dem laufenden Übernahmeangebot seien 10,9 Prozent der Commerzbank-Aktien angeboten worden. Laut der Mitteilung vom Mittwoch stieg der Satz sogar auf inzwischen rund elf Prozent. Demnach sei die Annahme des Angebots für insgesamt 123.455.449 Commerzbank-Aktien für wirksam erklärt worden. Am gestrigen Dienstag waren es noch etwa 400.000 Papiere weniger.

Commerzbank zweifelt an den Zahlen

Wenige Tage vor Ablauf der Offerte hat Unicredit-Chef Andrea Orcel 37,7 Prozent an dem deutschen Rivalen sicher, einschließlich Termingeschäften sind es schon 40,9 Prozent. Zusätzlich halten die Italiener noch andere Terminkontrakte, für die zwar grundsätzlich ein Barausgleich vorgesehen ist, die ihnen aber bei einer ebenfalls möglichen Bezahlung in Aktien weitere 13,19 Prozent an der Commerzbank bringen könnten. Damit hätte Unicredit eine Mehrheit an Deutschlands zweitgrößter börsennotierter Bank.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Dass Unicredit eine Woche vor Fristende schon so viele Aktien eingesammelt hat, hatte Beobachter überrascht, weil die Tauschofferte weiterhin rechnerisch unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie liegt – und die Kursziele von Analysten noch höher sind. Zudem dienen institutionelle Investoren ihre Papiere in aller Regel erst in den letzten Tagen einer Übernahmefrist an.

Commerzbank kann keinen Investor identifizieren

Die Commerzbank könne keinen einzigen institutionellen Investor identifizieren, der Aktien angedient habe, teilte das Geldhaus weiter mit. Sie hege den Verdacht, dass die Papiere fast ausschließlich von mit Unicredit verbundenen Banken und Parteien stammten. Es sei zudem aus ihrer Sicht nicht auszuschließen, dass der „Anstieg der Wertpapierleihe-Aktivitäten mit dem Annahmeverhalten einzelner Banken und Parteien, die mit der UniCredit verbunden sind, in Zusammenhang steht“. Die Commerzbank übermittele ihre Erkenntnisse auch der Finanzaufsicht Bafin.

Unicredit hatte zuvor die Abwehrstrategie der deutschen Geschäftsbank kritisiert: Die Führung der Commerzbank habe jedes Recht, von der Annahme des Übernahmeangebots abzuraten. „Sie ist jedoch nicht berechtigt, die Integrität des Bieterverfahrens zu untergraben, indem sie unbegründete Vorwürfe erhebt.“

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration