Dauerbaustelle Bahnhof Zoo: Bauarbeiten bis 2032
Bahnhof Zoo: Bauarbeiten bis 2032

Der Berliner Bahnhof Zoo ist seit Jahren eine Dauerbaustelle. Im Februar 2015 begannen die ersten Umbauarbeiten an dem wichtigen Verkehrsknotenpunkt in der City West. Zunächst waren die Zooterrassen an der Reihe, danach folgten die Erdgeschossflächen im Empfangsgebäude. Seit vier Jahren wird nun an der S-Bahn-Halle gearbeitet. Weitere Bauabschnitte stehen noch aus. Nach aktuellen Planungen rechnet die Deutsche Bahn mit einem Abschluss des Gesamtprojekts erst im Jahr 2032.

Herausforderungen bei laufendem Betrieb

Berlins Bahnchef Alexander Kaczmarek betonte, dass der Bahnhof nicht aufgegeben wurde. „Wir geben uns sehr viel Mühe damit“, sagte er. Insgesamt werden 250 Millionen Euro investiert. Die größte Herausforderung ist die Bedeutung des Bahnhofs: Hier halten S-Bahnen, Regionalbahnen und inzwischen wieder 22 Fernzüge täglich. „Wir können keine Generalsanierung machen und den Bahnhof zwei Jahre vom Netz nehmen“, erklärte Kaczmarek. Täglich nutzen über 90.000 Fahrgäste den Bahnhof. Die Arbeiten finden daher bei laufendem Betrieb statt. Gleise dürfen nur zu festgelegten, langfristig abgestimmten Zeiten gesperrt werden, was die Bauzeit verlängert.

Von der oberflächlichen Sanierung zur Kernsanierung

Ein Brand am 31. Dezember 2017 in einem Elektroraum, verursacht durch einen Kurzschluss, führte zu weiteren Verzögerungen. Entscheidend ist jedoch, dass die Erneuerung umfassender ist als ursprünglich angenommen. Projektleiter Thorsten Schulz erklärte, dass man anfangs von einer oberflächlichen Sanierung ausging. „Jetzt ist es eine Kernsanierung, bei der wir vom Keller bis zum Dach alles ertüchtigen müssen.“ In der S-Bahn-Halle ist dies deutlich sichtbar: Die Halle wurde entkernt, alle Läden sind verschwunden, der Übergang zur U-Bahn ist kaum noch erkennbar. Die Arbeiten dort sollen bis 2028 dauern, ein Jahr länger als geplant. „Die Brandschutzsanierung ist der große Treiber hier“, sagte Schulz.

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Brandschutz erfordert umfangreiche Maßnahmen

Der Brandschutz im Bahnhof entsprach baulich und technisch nicht mehr den aktuellen Standards. Es wurden neue Anforderungen an Türen, flächendeckende Brandmelder, eine Sprinkleranlage und eine Entrauchungsanlage umgesetzt. Allein für die Sprinkleranlage wurden Wasserleitungen mit einer Länge von 3,6 Kilometern verlegt. Nach Abschluss der Arbeiten soll die S-Bahn-Halle strukturell wieder so aussehen wie früher. Rund 25 Gewerbemieter werden nach Bauende einziehen. „Das Interesse ist groß“, so Schulz.

Weitere Bauabschnitte und zukünftige Planungen

Parallel wird seit 2025 in den ehemaligen Räumen der Bundespolizei gebaut, die ebenfalls entkernt wurden. Nach Fertigstellung zieht die Bundespolizei aus dem Provisorium auf dem Hardenbergplatz zurück in das Bahnhofsgebäude und soll verstärkt werden. Geplant sind 100 Beamte vor Ort, mit steigender Tendenz. Das nächste große Teilprojekt ist die Sanierung der Fernbahn-Gleishalle, die mit der sechsmonatigen Sperrung der Stadtbahn ab Montag beginnt. Geplant sind unter anderem die Erneuerung des Dachs, der Beleuchtung und des Blitzschutzes. Eine Komplettsanierung ist vorgesehen, die nicht innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen werden kann. Danach wird eine Arbeitsbühne unter der Hallendecke eingezogen, um den Bahnverkehr während der weiteren Arbeiten zu ermöglichen. In den Jahren 2028 und 2029 sind kurze Sperrungen einzelner Gleise für die Erneuerung der Bahnsteige geplant. Nach der Fernbahnhalle folgen ähnliche Arbeiten an den S-Bahn-Steigen. Auch das Gebäude des Hit-Supermarkts soll saniert werden, wahrscheinlich ab 2029, und muss dafür komplett geräumt werden. Dies wird die Einkaufsmöglichkeit sonntags in der City West vorübergehend einschränken. Mit der Supermarkt-Sanierung ist der letzte Bauabschnitt erreicht, doch Bahnchef Kaczmarek machte deutlich: An einem so alten Bauwerk wie dem Bahnhof Zoo, der bereits 1882 errichtet wurde, gibt es immer etwas zu tun.

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