Stahlbranche leidet unter Bahn-Chaos
Die deutsche Stahlindustrie kämpft bereits mit Zöllen, hohen Energiekosten und Rezession. nun kommt ein weiteres Problem hinzu: die Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, müssen große Stahlwerke ihre Produktion drosseln, weil Güterzüge Rohstoffe nicht pünktlich liefern können.
Salzgitter drosselt Hochofenproduktion
Ein Sprecher der Salzgitter AG, des drittgrößten Stahlherstellers Deutschlands, bestätigte der SZ: „Wegen der Störungen bei Güterzügen haben wir unsere Hochofenproduktion bereits drosseln müssen.“ Das Unternehmen erhält Eisenerz, Kohle und Schrott per Schiene. „Sollte sich die Situation nicht kurzfristig verbessern, sehen wir uns gezwungen, weitere Produktionsdrosselungen vorzunehmen“, so der Sprecher. Kurzfristige Besserung sei nicht erkennbar. Die Störungen verursachten massive Kosten und „inzwischen auch spürbare volkswirtschaftliche Schäden“.
ArcelorMittal: Produktionskürzungen in Eisenhüttenstadt
Auch der Stahlkonzern ArcelorMittal mit Werken in Hamburg, Bremen und Eisenhüttenstadt leidet. In Brandenburg sei es „bereits zu ersten Produktionskürzungen“ gekommen, weil nicht genug Eisenerz angeliefert wurde. Ein Sprecher machte dafür „das anhaltende Baustellenchaos im norddeutschen Schienennetz“ verantwortlich und kritisierte, die Bahn räume Güterzügen zu wenig Priorität ein. Der Staatskonzern habe die Lage „nicht ausreichend unter Kontrolle“ und keinen Plan für eine stabile Versorgung.
Die Situation zeigt, wie eng die Abhängigkeit der Industrie von einer zuverlässigen Schieneninfrastruktur ist. Ohne schnelle Maßnahmen drohen weitere Produktionseinschränkungen und wirtschaftliche Einbußen.



