Pulheim – „Bares für Rares“ ist seit Jahren eine feste Größe im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Horst Lichter (64) präsentiert regelmäßig skurrile, faszinierende und manchmal auch fragwürdige Raritäten. In der heutigen Ausgabe gab es wieder zahlreiche denkwürdige Fundstücke mit spannenden Hintergrundgeschichten. Im Folgenden wird das Highlight der heutigen Folge vorgestellt, und es wird gezeigt, welche weiteren Raritäten am Freitag, dem 5. Juni 2026, zum Verkauf angeboten wurden.
Das Highlight der heutigen Folge
In der heutigen Ausgabe von „Bares für Rares“ wurde ein Stück Papier zum absoluten Höhepunkt der Sendung. Ja, richtig gehört: ein Stück Papier, aber natürlich nicht irgendeines. Verkäufer Sepp Hügi, ehemaliger Küchenchef aus Brunnen am Vierwaldstättersee, brachte eine original erhaltene Speisekarte mit persönlicher Widmung von Kunstlegende Andy Warhol (†58) an den Expertentisch. Moderator Horst Lichter und Experte Detlev Kümmel (58) staunten nicht schlecht.
Die Speisekarte stammt von einem exklusiven Dinner in einer Züricher Villa am 24. Mai 1978. Acht Gäste wurden bewirtet, darunter Warhol selbst. Sepp stand damals in der Küche und wurde nach dem Essen in den Speisesaal gebeten, wo er die Karte mit Signatur, Widmung und einer kleinen stilisierten Zeichnung erhielt. Anlass des Dinners war eine Ausstellungseröffnung zwei Tage später in Zürich, organisiert im Umfeld des Kunstgaleristen Thomas Ammann.
Und wer wissen möchte, was an jenem Abend auf dem Menü stand: Zum Auftakt gab es Gänse-Stopfleber, gefolgt von einer klaren Ochsenschwanzsuppe. Anschließend wurde Kalb serviert, danach eine Käseplatte. Den süßen Abschluss bildete ein Soufflé mit heißen Beeren.
Expertenschätzung und Verkauf
Detlev Kümmel sah den Reiz der Karte nicht nur in der bloßen Warhol-Signatur. Entscheidend sei die Geschichte dahinter: das exklusive Dinner in Zürich, die persönliche Widmung an Sepp und die kleine Zeichnung, die Warhol über die Signatur kritzelte. Auch der Zustand sei ein großer Pluspunkt: Die Karte ist original erhalten und weist keine gravierenden Beschädigungen auf. All dies hebt das Andenken von einem gewöhnlichen Autogramm ab. Daher liegt die Schätzung bei 600 bis 700 Euro und damit deutlich über dem Wert einer schlichten Signatur, die laut Kümmel etwa 300 Euro einbringen würde.
Im Händlerraum entfaltete das Warhol-Souvenir sofort seine Wirkung. Wolfgang Pauritsch (54) ahnte bereits ein heißes Bietergefecht. Und er sollte recht behalten: Fast alle Händler stiegen in den Poker um das außergewöhnliche Andenken ein. Die Schätzung ließen die Händler dabei schnell hinter sich. Am Ende lief es auf ein Bietduell zwischen Wolfgang Pauritsch und Daniel Meyer (53) hinaus, die sich über die 1.500-Euro-Marke hochschaukelten. Schließlich verkaufte Sepp seine signierte Speisekarte an Daniel für sage und schreibe 1.800 Euro und erzielte damit das Dreifache der unteren Expertenschätzung.
Weitere Raritäten vom 5. Juni 2026
Hier eine Übersicht der weiteren Raritäten aus der heutigen Sendung und die Einschätzung des Expertenteams von „Bares für Rares“:
- Champagnerkühler von Christofle: Benjamin aus der Schweiz brachte einen versilberten Champagnerkühler von Christofle mit, entworfen von Luc Lanel für den legendären Luxusdampfer „Normandie“. Frau Dr. Heide Rezepa-Zabel (60) schätzte das elegante Designstück auf 1.200 bis 1.500 Euro.
- Goldene Mini-Dampflok: Bernd aus Mecklenburg-Vorpommern präsentierte eine vergoldete Messing-Dampflok im Maßstab H0, die tatsächlich mit Dampfbetrieb funktioniert. Detlev Kümmel erkannte den besonderen Sammlerwert der limitierten Lok und taxierte sie auf 400 bis 500 Euro.
- Vintage-Damenshirt von Loris Azzaro: Conny aus Hamburg hatte ein filigranes, handgehäkeltes Oberteil von Loris Azzaro dabei. Dr. Bianca Berding (49) verwies auf den Glamour-Faktor des Designers und darauf, dass ähnliche Stücke von Stars wie Tina Turner (†83) getragen worden sein sollen. Die Expertise belief sich auf 900 bis 1.200 Euro.
- Goldscheider-Keramik-Uhrgehäuse mit Clio-Figur: Emina und Mirco aus dem Chiemgau stellten ein kunstvolles Keramikgehäuse von Goldscheider vor, geschmückt mit Clio, der Muse der Geschichtsschreibung. Expertin Dr. Bianca Berding schätzte das dekorative Stück trotz fehlenden Uhrwerks auf 600 bis 800 Euro.
- Französische Art-Nouveau-Brosche mit Miniaturmalerei: Ursula aus Würselen brachte eine fein gearbeitete Rundbrosche mit Emaillemalerei und Diamantsplittern mit. Frau Dr. Heide Rezepa-Zabel ordnete das Schmuckstück stilistisch im französischen Jugendstil ein, kam aber nur auf eine Schätzung von 100 bis 150 Euro.
Ob und für wie viel Geld die weiteren Stücke über den Händlertresen gingen, erfahren Sie in der heutigen Folge von „Bares für Rares“ im ZDF.



