Die Geldgier der Fifa kennt keine Grenzen – und jetzt setzt sie damit auch noch die Gesundheit der Fußball-Fans aufs Spiel. Denn leere Plastikflaschen, die Zuschauende an Trinkbrunnen und Wasserspendern auffüllen könnten, werden in den WM-Stadien verboten sein. Bei erwarteten über 40 Grad und praller Sonne, gerade bei Spielen in der Mittagshitze, bricht der Weltverband damit nicht nur seine eigenen Versprechen – er nimmt gesundheitliche Schäden billigend in Kauf.
Fifa bricht eigene Versprechen
Noch vor wenigen Wochen hatte die Fifa in ihren Stadionregeln ausdrücklich darauf hingewiesen, dass leere, wiederverwendbare Plastikflaschen erlaubt sein würden. Die internationale Forschungsinitiative World Weather Attribution (WWA) geht davon aus, dass jedes vierte Spiel unter gefährlichen Hitzebedingungen stattfinden wird. Und im Gegensatz zu den Spielern verfügen die Fans über keinen medizinischen Stab, der dafür sorgt, dass sie nicht zusammenbrechen, einen Sonnenstich erleiden oder gar Langzeitfolgen davontragen. Umso wichtiger wäre es, zumindest genügend Wasser zur Verfügung zu stellen.
Keine Erklärung für die Kehrtwende
Eine Erklärung für die Kehrtwende nennt die Fifa den Fans nicht. Auf Nachfrage von „The Athletic“ ist die Rede von „Sicherheitsbedenken“: Man wolle Risiken und Verletzungen für Spieler und Zuschauer vermeiden. Aber ist das Sicherheitsrisiko nicht weitaus größer, wenn Fans dehydrieren und kollabieren?
Heißestes WM-Spiel 1994 in Dallas
Dabei müsste man nur zurückblicken: Das Vorrundenspiel der Deutschen in Dallas gegen Südkorea 1994 ging als heißestes Spiel in die WM-Geschichte ein. Sage und schreibe 50 Grad wurden auf dem Rasen gemessen. In Dallas werden auch in diesem Jahr Spiele stattfinden. Sicherzustellen, dass die Fans nicht dehydrieren, wäre das Mindeste, was die Fifa leisten müsste.
Perfides Geschäftsmodell hinter dem Verbot
Doch dahinter steckt ein ausgeklügeltes, perfides Geschäftsmodell. Erst die horrenden Ticketpreise: Mit Flug, Unterkunft und Verpflegung dürfte für sechs Wochen WM leicht ein durchschnittliches Jahresnettoeinkommen draufgehen. Und jetzt die Wasserpreise: Wer bereits Tausende Euro hingeblättert hat, soll erneut blechen – für etwas, das eigentlich ein Grundrecht ist.
Und natürlich, wie sollte es auch anders sein, wird das Wasser des Sponsors Coca-Cola an den Austragungsorten verkauft werden. Genaue Preise hat die Fifa zwar noch nicht genannt, doch als Vergleichswert taugt die Klub-WM im vergangenen Jahr: Eine Flasche kostete laut „The Athletic“ damals bis zu sechs Dollar.
Dabei steht schon jetzt fest, dass die WM ohnehin eine Rekordsumme in die Kassen des Weltverbandes spülen wird. Mehr als vier Milliarden US-Dollar werden allein durch den Verkauf von TV-Rechten erwartet. Doch die Geldgier der Fifa ist eben grenzenlos.



