Die Reform der EU-Fluggastrechte steht auf der Kippe. Nun haben Deutschland und Frankreich einen neuen Kompromissvorschlag vorgelegt, der eine pauschale Entschädigung von 250 Euro für Flugverspätungen vorsieht. Bislang erhalten Passagiere bei Kurzstreckenflügen mit mehr als drei Stunden Verspätung 250 Euro, bei Langstreckenflügen bis zu 600 Euro. Die geplante Pauschale würde diese Unterschiede einebnen.
Hintergrund der Reform
Die Verhandlungen über eine Neuregelung der Fluggastrechte waren zuletzt ins Stocken geraten. Deutschland und Frankreich wollen nun mit ihrem Vorschlag Bewegung in die Debatte bringen. Kernpunkt ist die pauschale Zahlung von 250 Euro nach mehr als drei Stunden Verspätung, unabhängig von der Flugstrecke. Zudem sollen Airlines verpflichtet werden, einen direkten Link zu einem Erstattungsformular bereitzustellen, um die Geltendmachung von Ansprüchen zu erleichtern.
Vor- und Nachteile für Passagiere
Für Reisende auf Langstreckenflügen wäre die Pauschale ein Nachteil, da sie bisher bis zu 600 Euro erhalten konnten. Auf Kurzstreckenflügen bliebe die Entschädigung gleich. Ein Vorteil könnte die vereinfachte Abwicklung sein: Wenn Airlines den Link zum Formular bereitstellen müssen, würden vermutlich mehr Betroffene ihre Ansprüche geltend machen.
Unterschiedliche Positionen der EU-Organe
Die EU-Kommission und der Ministerrat wollen die Rechte der Fluggäste eher einschränken, um die Airlines zu entlasten. Das Europaparlament hingegen möchte die Rechte stärken und die Entschädigungen sogar leicht erhöhen. Eine Einigung muss bis zum 15. Juni erzielt werden, sonst gilt die Reform als gescheitert.
Ob die pauschale 250-Euro-Entschädigung tatsächlich kommt, bleibt abzuwarten. Die Diskussion zeigt, wie unterschiedlich die Interessen von Passagieren und Fluggesellschaften sind.



