Wie geht es weiter mit Willi Orban (33) bei RB Leipzig? Lange war intern klar, dass der Innenverteidiger keinen neuen Vertrag bekommen, aber noch seine letzte Saison bleiben soll. Zuletzt hatte Orban auf BILD-Nachfrage seinen Wunsch nach einem neuen Kontrakt nachdrücklich unterstrichen. Nun folgen Gespräche – und dabei könnte ein anderer RB-Star Vorbild sein.
RB Leipzig und Orban im Austausch über Vertrag
Die Fakten: Orbans Vertrag läuft bis 2027, der Abwehr-Boss will nach einer guten Saison verlängern, sagte: „Bis dato hat der Verein Leistung immer honoriert. Das wird er auch künftig.“ Manager Schäfer sagt auf BILD-Nachfrage dazu: „Ich verstehe seinen Wunsch und stimme zu, dass er eine gute Saison gespielt hat. Willi ist ein Top-Profi, der in Sachen Disziplin und Arbeitsauffassung auf und neben dem Platz ein großes Vorbild ist. Er hilft uns, unsere DNA zu leben, ohne dass er noch eines der Top-Talente Anfang 20 ist.“ Doch was bedeutet das für eine Vertragsverlängerung von Orban? „Wir brauchen erfahrene Spieler, um die jungen Spieler zu entwickeln. Wir sind mit ihm im Austausch“, sagt Schäfer, der aber auch für die Mannschaft allerdings auch für eine längere Zeit im Voraus gut aufbauen muss. „Wir müssen auch auf die Kaderplanung der Zukunft schauen und abwarten, wie die Erwartungen von Willi sind“, sagt der Manager.
Heißt: Orban kann nicht dauerhaft eine Planstelle für junge, nachrückende Spieler besetzen. Und: Wenn er künftig nicht mehr uneingeschränkter Startelf-Spieler ist, kann er auch nicht mehr einer der Spitzenverdiener sein.
Das Gulacsi-Modell für Orban
Eine Option: Orban macht es wie Péter Gulácsi (36). Der Torwart galt auch schon als Abschiedskandidat, Maarten Vandevoordt sollte an ihm vorbeiziehen. Doch Gulacsi setzte sich durch und überzeugte mit Leistung, erzwang sich damit quasi einen neuen Vertrag – und wurde auch dafür belohnt, dass er künftig eine neue Rolle annimmt. Gulacsi wird die Nummer 2, hilft seinem Nachfolger und bleibt wichtig für die Kabine.
Geht das auch bei Orban? „Das Beispiel ist in der Tat gut: Aus Leistungsgründen hätte man vielleicht nichts verändern müssen“, sagt Schäfer über die Gulacsi-Entwicklung. „Aber wir müssen jungen Spielern, die hinten dran sind, irgendwann auch die Chance geben. Vor Pete habe ich dabei höchsten Respekt.“
Schäfer lobt Gulacsi
Schäfer erklärt: „Es war geplant, dass wir im Tor zur neuen Saison auf Maarten Vandevoordt wechseln. Als Pete dann bereits nach seiner Verletzung in der Rückrunde nicht mehr ins Tor zurückkam, hat er sich dennoch voll in den Dienst der Mannschaft gestellt. Dafür hat er allerhöchste Anerkennung verdient. Das war charakterlich herausragend. Ich weiß noch aus eigener Erfahrung, wie schwer es für Spieler ist, die lange auf dem Platz unverzichtbar waren, plötzlich eine andere Rolle zu bekommen. Bindung zum Klub und Identifikation zeigt sich vor allem in persönlich schwierigen Phasen.“
Auch Orban fühlt sich RB eng verbunden und ist charakterlich einwandfrei. Gute Voraussetzungen für eine Lösung in der Vertragsfrage. Gespräche werden folgen – wie auch über eine Verlängerung mit Trainer Ole Werner!



