Die EU-Kommission drängt auf einen höheren Anteil von Elektroautos in Firmenflotten. In einem gemeinsamen Positionspapier sprechen sich mehrere europäische Branchenverbände aus Mittelstand, Leasingwirtschaft, Spedition sowie Fahrzeugherstellung und Zulieferung gegen verbindliche Vorgaben aus und schlagen alternative Lösungen vor. Sie kritisieren, dass die EU-Kommission auf feste Quoten statt auf marktwirtschaftliche Anreize setzt, wie die „Bild“ am Montag berichtete.
Geplante Regelung und Reaktionen
Die geplante „Clean Corporate Vehicles Regulation“ sieht vor, dass große Unternehmen ab 2030 einen Mindestanteil an Elektro- und Niedrigemissionsfahrzeugen in ihren Flotten nachweisen müssen. Die Kommission begründet dies damit, dass Firmenwagen rund 60 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen in Europa ausmachen – bei Transportern liegt der Anteil sogar bei bis zu 90 Prozent. Am Montag befasst sich der EU-Ministerrat erstmals mit dem Vorschlag.
Förderregelung sorgt für Konflikt
Zusätzlichen Konfliktstoff birgt eine geplante Förderregelung: Ab 2028 sollen staatliche Unterstützungsleistungen für Firmenwagen auf emissionsfreie und emissionsarme Fahrzeuge beschränkt werden. Unklar ist bislang, ob damit auch steuerliche Vergünstigungen wie Abschreibungen gemeint sind. Die Verbände sehen darin einen verdeckten Eingriff in die nationale Steuerpolitik und damit eine Kompetenzüberschreitung der EU.
Hindernisse für Elektromobilität
Als eigentliche Hindernisse für die Elektromobilität nennen die Verbände fehlende Ladeinfrastruktur, hohe Stromkosten und sinkende Restwerte von Elektrofahrzeugen. Sie fordern einen technologieoffenen Ansatz ohne starre Vorgaben. Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) spricht sich gegen die Regulierung aus und fordert stattdessen Investitionen in Ladeinfrastruktur und günstigeren Industriestrom.
Politische Lage
Die Bundesregierung hat angekündigt, den Kommissionsvorschlag im Ministerrat abzulehnen. Ob eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten zustande kommt, ist offen. Weitere Informationen: „Wir brauchen nicht mehr Bürokratie“ – EU-Vorgaben für Unternehmensflotten drohen im Rat zu scheitern.



