Litauen investiert massiv in seine Verteidigungsfähigkeit und setzt dabei auf deutsche Militärfahrzeuge. Das baltische EU- und Nato-Mitglied hat einen Auftrag im Wert von rund einer Milliarde Euro an die Konzerne Mercedes-Benz und Daimler Truck vergeben. Wie das Verteidigungsministerium in Vilnius mitteilte, wurde eine entsprechende Vereinbarung mit dem lokalen Vertreter der deutschen Autobauer unterzeichnet.
Umfang des Auftrags
Die litauischen Streitkräfte werden demnach Speziallastwagen von Daimler Truck sowie Geländewagen von Mercedes-Benz beziehen. Konkret handelt es sich um Fahrzeuge der G-Klasse von Mercedes-Benz sowie die Militärlaster-Modelle Zetros, Arocs und Unimog von Daimler Truck. Die Auslieferung soll zwischen 2026 und 2032 erfolgen. Finanziert wird die Anschaffung teilweise durch einen Rüstungskredit aus dem sogenannten Safe-Programm der Europäischen Union.
Strategische Bedeutung
Das Verteidigungsministerium bezeichnete die Beschaffung als „eine der größten Investitionen in die Logistik der litauischen Streitkräfte“. Die Fahrzeuge sollen den effizienten Transport von Truppen, Waffen und Nachschub sicherstellen und die Einsatzbereitschaft der Armee erhöhen. Litauen grenzt direkt an die russische Exklave Kaliningrad und an den russischen Verbündeten Belarus. Der Krieg in der Ukraine wird in dem Baltenstaat als unmittelbare Bedrohung der nationalen Sicherheit wahrgenommen. Die Regierung in Vilnius hat daher die Militärausgaben deutlich erhöht und treibt die Aufrüstung der Streitkräfte voran.
Weitere Aktivitäten von Mercedes-Benz
Für Mercedes-Benz ist das Litauen-Geschäft nicht das einzige Rüstungsprojekt. Vorstandschef Ola Källenius hatte kürzlich im Gespräch mit dem „Wall Street Journal“ betont, Europa müsse seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen. Mercedes wolle dabei eine positive Rolle spielen. Nach Informationen des SPIEGEL plant der Konzern zudem eine strategische Zusammenarbeit mit dem Münchner Drohnen-Start-up Tytan Technologies. Am Rande der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin soll ein entsprechendes Memorandum unterzeichnet werden.



